{"id":32,"date":"2016-02-02T12:21:07","date_gmt":"2016-02-02T11:21:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.thueringen.freidenker.org\/cms\/?page_id=32"},"modified":"2016-02-03T14:55:01","modified_gmt":"2016-02-03T13:55:01","slug":"archiv","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.thueringen.freidenker.org\/index.php\/archiv\/","title":{"rendered":"Archiv"},"content":{"rendered":"<p><u>\u201e<strong><em>Das sechzehnte Jahrhundert zerrei\u00dft die Glaubenseinheit. Vor der Buchdruckerkunst w\u00e4re die Reformation nur eine Spaltung gewesen, die Erfindung des Buchdruckes macht sie zur Revolution. Man nehme die Presse weg, und die Ketzerei ist wirkungslos. Mag das verh\u00e4ngnisvoll oder von der Vorsehung bestimmt sein: Guttenberg ist der Vorl\u00e4ufer Luthers.\u201c<\/em><\/strong><\/u><\/p>\n<p><em>[Hugo: Der Gl\u00f6ckner von Notre Dame. DB Sonderband: 100 Werke der Weltliteratur, S. 18350<\/em><\/p>\n<p><em>(vgl. Hugo-Notre-Dame Bd. 1, S. 220)<\/em><\/p>\n<p><em>http:\/\/www.digitale-bibliothek.de\/habenmuss_weltliteratur.htm ]<\/em><\/p>\n<p>Nun hat der Osten den Reformationstag als gesetzlichen Feiertag begangen, \u00fcberschattet von den Aktivit\u00e4ten der Hellowinfans, das gro\u00dfe Amerika l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen. Luthers Thesen, die Bibel\u00fcbersetzung ins Deutsch, die Abspaltung von der reaktion\u00e4ren katholischen Kirche, das alles endete ebenso in Glaubensdogmen und Obrigkeitsh\u00f6rigkeit, allein es war damals tapfer und eine Pionierleistung, nutzt uns allerdings heute nichts mehr, weil wir den Glauben an G\u00f6tter mit Feuerbach \u00fcberwunden haben und die Religionen als Menschenwerk entkleidet haben. Es gibt G\u00f6tter und Teufel nur in der Phantasie der geknechteten Menschen, auch wenn sich damit viel Geld verdienen l\u00e4sst und Macht zu erheischen ist.<\/p>\n<p>Die Frage der Woche k\u00f6nnte also lauten: Woran glauben die Atheisten, an Humanismus, Materialismus, Dialektik oder Kommunismus \u00a0&#8211; m\u00fcssen wir letztendlich alle an etwas glauben?<\/p>\n<p>Andreas Kr\u00f6del<\/p>\n<p><strong><em>&#8222;Die meisten verarbeiten den gr\u00f6\u00dften Teil der Zeit, um zu leben, und das <\/em><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>bi\u00dfchen, das ihnen von Freiheit \u00fcbrig bleibt, \u00e4ngstigt sie so, da\u00df sie alle <\/em><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Mittel aufsuchen, um es los zu werden.&#8220;<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[Goethe: Die Leiden des jungen Werther. DB Sonderband: 100 Werke der Weltliteratur, S. 15065<\/p>\n<p>(vgl. Goethe-HA Bd. 6, S. 11)<\/p>\n<p>http:\/\/www.digitale-bibliothek.de\/habenmuss_weltliteratur.htm ]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Flucht vor der Freiheit, Fluch der Freiheit? Nach Hegel ` Einsicht in die<\/p>\n<p>Notwendigkeit`, aber sind Finanzkrisen notwendig, wenn die Wirtschaft auf einem Hoch ist oder warum steigt der Gaspreis, wenn der \u00d6lpreis sinkt?<\/p>\n<p>F\u00fcr mich ist Freiheit das \u00dcberwinden der Entfremdung des Menschen von sich und der Natur, gelebter Humanismus. Das Einengen des Lebens auf Geldwerte, die totale Ausbeutung des Menschen durch Menschen m\u00fcssen \u00fcberwunden werden.<\/p>\n<p>Lebe ich, um mich von den Medien benebeln zu lassen und wenn ich sage, das ist geistiger D\u00fcnnschi\u00df, fliege ich vom Sender? Oh nein, das hat nichts mit Freiheit zu tun, das sind Regimes, die vernichtet werden m\u00fcssen im Interesse des Weiterbestehens der Menschheit an sich. ?Wir sind das Volk?, daran sollten wir uns erinnern, auch wenn die Zukunft, wo das so sein wird, weit entfernt liegt. Nicht Dahinleben um zu sterben, sondern aktiv leben, um frei zu werden, das k\u00f6nnte ein Ma\u00dfstab sein. Dabei helfen keine Religionen und schon gar keine einseitige Di\u00e4t von Philosophie, dies ist einfach ein Gebot der Gegenwart.<\/p>\n<p>Warum, so stelle ich die Frage der Diskussion dieser Woche, leben wir, anstatt frei sein zu wollen ? oder zu fordern? Haben nicht alle Menschen das Recht, frei zu sein?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Andreas Kr\u00f6del<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Lenin im Gespr\u00e4ch mit Clara Zetkin:<\/p>\n<p>&#8222;Der Kommunismus soll nicht Askese bringen, sondern Lebensfreude, Lebenskraft, auch durch erf\u00fclltes Liebesleben.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Leserin, lieber Leser,<\/p>\n<p>diese Aussage kam mir dieser Tage wieder in den Sinn, als ich eine Aussage einer Freidenkerin zu Geh\u00f6r bekam. Diese beklagte andersartige Liebesauffassungen als frauenfeindlich und als gar dem Freidenkertum widersprechend.<\/p>\n<p>Wieder einmal, und das leider auch in unserern Kreisen, wird so die eigene Norm als die allgemeing\u00fcltige gehalten, werden die Betroffenen nicht gefragt und generell wird damit M\u00e4nnern B\u00f6ses unterstellt. Aber: zu jeder Beziehung geh\u00f6ren nun mal zwei, Mann UND Frau, oder sogar drei und mehr&#8230;<\/p>\n<p>Denken wir da nur an einen der Gr\u00fcnderv\u00e4ter des deutschen Freidenkertums, an Albert Dulk (1819-1884), der mit zwei, zeitweilig sogar mit drei Frauen in FREIER Lebensgemeinschaft lebte.<\/p>\n<p>Es gibt viele andere Spielarten der Sexualit\u00e4t, des Liebesspiels, als nur die von der katholischen Kirche f\u00fcr einzig m\u00f6glich gehaltene. Und&#8230; gerade heute formulieren selbstbewu\u00dfte und unabh\u00e4ngige Frauen W\u00fcnsche, die biedere Gem\u00fcter\/Spie\u00dfb\u00fcrger f\u00fcr anormal, krank oder m\u00e4nnlicher Phantasie entsprungen&#8230; Vorurteile und Klischees statt Toleranz und Achtung des freien Willens anderer.<\/p>\n<p>Lenin war da schon viel weiter. Und ich halte es mit dem US-amerikanischen Schriftsteller James Baldwin, der 1962 in seinem Roman &#8222;Eine andere Welt&#8220; es sinngem\u00e4\u00df so formulierte: Es ist egal, wen man liebt, wie man liebt, wo und wann man liebt, sondern nur DASS man liebt.&#8220;<\/p>\n<p>Und somit sollte jedes von gleichberechtigten Menschen freiwillig eingegange Lebens- und Liebesverh\u00e4ltnis, das auf der Achtung des oder der anderen beruht, als normal und legitim angesehen werden, und vor allem als private Angelegenheit der jeweiligen Menschen.<\/p>\n<p>Einen besinnlichen und vielleicht auch sehr sinnlichen Sonntag w\u00fcnscht Ihnen<\/p>\n<p>Ihr <strong>Siegfried R. Krebs<br \/>\n11. Oktober 2008<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Wort zum Sonntag vom 3. Oktober 2008<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ein LAIENhaftes Buch aus Frankreich: \u201e<em>Wir brauchen keinen Gott &#8230;<\/em>\u201c \u2013 <\/strong><\/p>\n<p>Aufforderung zum Laizismus als Lehre aus der Geschichte<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>STARKE Aufregung!<\/p>\n<p>Aus Frankreich kam ein Buch von Michael Onfray zu uns, der damit bereits atheistisch denkende Menschen best\u00e4rken will, ja sie in seinem letzten Kapitel sogar auffordert, \u201eeinen militanten atheistischen Laizismus zu betreiben\u201c. Das ist starker Tobak in bundesdeutscher Demokratie inklusive ihrer nicht vom Staat getrennten Kirche. Selbstredend wird das Buch in der deutschsprachigen Presse wie in der Frankfurter Allgemeine Zeitung oder DIE ZEIT verrissen als mit \u201ezahllosen Lese-, Auslegungs- und Sachfehler(n)\u201c behaftet, als \u201e\u2018schlecht kopierte\u2018 Manier der materialistischen Aufkl\u00e4rer\u201c, als im \u201eMangel an gedanklicher Substanz\u201c stehend. (1) Nur wundert die KritiKastoren das \u201ebreite Echo\u201c, das dieses Buch in der franz\u00f6sischen \u00d6ffentlichkeit tats\u00e4chlich ausgel\u00f6st hat.<\/p>\n<p>Was f\u00fcr ein WUNDER!<\/p>\n<p>Da wollen breite Kreise der Franzosen doch tats\u00e4chlich ihren laizistischen Staat verteidigen. Wollen den Atheismus nicht als weitere Variante neben die anderen Religionen stellen. Wollen nicht vorherrschend eine christliche Moral \u00fcbernehmen m\u00fcssen. Wollen nicht daf\u00fcr dankbar sein m\u00fcssen, dass Atheisten dank der Religionsfreiheit in dieser Welt \u00fcberhaupt noch relativ geduldet werden.<\/p>\n<p>Wo doch heute kirchenkritische Vertreter kaum mehr Raum finden in den \u00f6ffentlichen Medien, auf Betreiben der Kirche gezielt ausgeladen, diskriminiert und behindert werden. Und die Fernsehbilder und Radiosender pausenlos vom christlich-katholischen Papst aus Deutschland sprechen, in Frankreich, in Lourdes.<\/p>\n<p>HEUTE haben die Religionen in der BRD eine Sonderstellung vor Weltanschauungen wie dem Atheismus. Religionsberichterstattung beherrscht die Medien, die Kirche herrscht \u00fcber die Armen mit dem bundesdeutsch-verordneten Diakoniesystem oder christlichen Jugendwerkd\u00f6rfern oder Behindertenwerkst\u00e4tten. Dabei wollen die Kirchen noch mehr, wollen gezielt \u201ereligi\u00f6se Themen VERMITTELT haben\u201c und im Sinne jedes Missions-Unternehmens sowieso ganz christliche Medien und Schulen. Besonders aggressiv die Forderung von \u201eReligionsp\u00e4dagogen nach Gleichberechtigung des Faches Religion\u201c, denn in Ostdeutschland gibt es eine sinkende Zahl christlicher Sch\u00fcler. (2) W\u00e4re es dabei nicht erheblich demokratischer, wenn alle Sch\u00fcler ein Fach \u201es\u00e4kulare Ethik\u201c belegen w\u00fcrden und die Religionsp\u00e4dagogen dort unterrichten, wo sie herkommen: in Ihren jeweiligen Kirchen und Religionsgemeinschaften? Aber! In Ostdeutschland wurden mit dem Zugriff des b\u00fcrgerlichen \u201eGrundgesetzes\u201c der BRD die Kirchen-Pfr\u00fcnde aus der Klamottenkiste der Weltgeschichte wieder hervorgeholt, Theologen-K\u00f6pfe aus ihrem laizistischen DDR-Schlaf erl\u00f6st und als 1989er BETON gekr\u00f6pft zementiert.<\/p>\n<p>Und darum braucht es wohl ein solches Buch, auch und erst recht hier. Damit Aufkl\u00e4rung und Philosophie in Deutschland und gerade in diesem Land Th\u00fcringen eine Zukunft haben und mit ihr die Menschen mit Vernunft und Verstand in freiem Denken.<\/p>\n<p>Einen selbstbewussten und guten Sonntag w\u00fcnscht<\/p>\n<p>Ihr <strong>*Abel Niemand*<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>DAS BUCH:<\/p>\n<p>Michel Onfray: Wir brauchen keinen Gott &#8211; Warum man jetzt Atheist sein muss<br \/>\nPiper Verlag M\u00fcnchen 2006,\u00a0 Kartoniert, 319 Seiten, 14,00 EUR<br \/>\nISBN 3492048528,<\/p>\n<p>WEITERE QUELLEN:<\/p>\n<ol>\n<li>Die hier in Auswahl gebrachte \u201eM\u00e4ngelliste\u201c entnahm ich am 29. September 2008 um 11.05 Uhr von: <u><a href=\"http:\/\/www.perlentaucher.de\/buch\/23619.html\">http:\/\/www.perlentaucher.de\/buch\/23619.html<\/a><\/u> .<\/li>\n<li><u><a href=\"http:\/\/www.abendblatt.de\/appl\/newsticker2\/index.php?channel=pol&amp;frame=&amp;t=1221304966&amp;module=dpa&amp;is=18907018\">http:\/\/www.abendblatt.de\/appl\/newsticker2\/index.php?channel=pol&amp;frame=&amp;t=1221304966&amp;module=dpa&amp;is=18907018<\/a><\/u> am 12. September 2008 um 12.00 Uhr.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Wort zum Sonntag vom 27. September 2008<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><strong>Fidel Castro \u00fcber die b\u00fcrgerlichen Massenmedien und deren Desinformationen:<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong>&#8222;Der Sozialismus ist schlecht, der Sozialismus ist schlecht, er nimmt dir das Sorgerecht, er nimmt dir das Haus, er nimmt dir die Frau.&#8220; und alle Unwissenden, alle Analphabeten, alle Armen und Ausgebeuteten wiederholen: &#8222;Der Sozialismus ist schlecht, der Sozialismus ist schlecht&#8220; So bringt man den Papageien das Sprechen, den B\u00e4ren das Tanzen und den L\u00f6wen eine respektvolle <\/strong><strong>Verbeugung bei<\/strong><\/em>.<\/p>\n<p>(Neues Deutschland, 20.\/21.09.2008)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Leserinnen und Leser,<\/p>\n<p>am morgigen Sonntag geht es in der Bundesrepublik Deutschland durchaus spannend zu: Landtagswahlen in Bayern, Kommunalwahlen in Brandenburg, OB-Stichwahl in Schwerin.<\/p>\n<p>Politikverdrossenheit herrscht allenthalben in deutschen Landen, von Mecklenburg im Norden bis Bayern im S\u00fcden. Politikverdrossenheit meint in erster Linie den Unmut breitester Kreise \u00fcber die b\u00fcrgerlichen Politiker, die sogenannten &#8222;demokratischen Parteien&#8220;. Einerseits (nicht ernst gemeinte) Wahlversprechen ohnegleichen (wie die Wiedereinf\u00fchrung der Pendlerpauschale), andererseits eine Politik immer weiter weg von den Interessen der Bev\u00f6lkerungsmehrheit (Krieg gegen die Arbeitslosen im Inland, Krieg im Ausland gegen andere V\u00f6lker).<\/p>\n<p>Doch Mi\u00dfmut, Unmut, Stra\u00dfendemos u.a. verpuffen leider noch zu oft. Entweder wird nicht mehr zur Wahlurne gegangen, zum anderen wird doch wieder als altbekannte Kartell CDUCSUFDPSPDGR\u00dcNE gew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Die uralte antikommunistische Propaganda, die Fidel Castro meint, sie wirkt eben nach wie vor. Sie wirkt st\u00e4rker als eigene Erfahrung, st\u00e4rker als der Verstand. Leider. Und leider verstehen es Linke und DIE LINKE nach wie vor nicht, die Herzen der Armen, der Ausgebeuteten, der Ausgegrenzten anzusprechen, diese f\u00fcr sich zu gewinnen. Und so schl\u00e4gt der landesweite Unmut \u00fcber die b\u00fcrgerliche Politik leider nach wie vor nicht in ausreichenden W\u00e4hlerstimmen f\u00fcr wirklich linke politische Kr\u00e4fte um.<\/p>\n<p>Es ist also fraglich, ob morgen erstmals in der bundesdeutschen Geschichte das OB-Amt einer Landeshauptstadt an DIE LINKE gehen wird.<\/p>\n<p>Sicher ist wohl dagegen, da\u00df DIE LINKE ihre kommunalen Positionen in Brandenburg halten d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Fraglich ist der Einzug DER LINKEN in den bayerischen Landtag. Sollte dieser jedoch gelingen, dann jedenfalls ist ein deutliches Zeichen f\u00fcr den Umbruch der bundesdeutschen politischen Landschaft gesetzt!<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche allen Kandidaten DER LINKEN einen vollen Erfolg!<\/p>\n<p>Und Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, einen besinnlichen Sonntag,<\/p>\n<p>Ihr <strong>Siegfried R. Krebs<\/p>\n<p><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Wort zum Sonntag vom 20. September 2008<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Leserinnen und Leser,<br \/>\nheute will ich Sie einmal nicht mit einem Ereignis aus der Politik konfrontieren, sondern mit unserer Sprache. Sicher haben sie sich auch schon oft \u00fcber die Sprach-Verhunzer ge\u00e4rgert, die das Deutsche zu Denglisch verkommen lassen. Aber auch im Deutschen selbst m\u00fcssen wir aufpassen, dass sich nicht Dinge einschleichen, die der Sprachqualit\u00e4t abtr\u00e4glich sind, besonders dann, wenn wir sprechen. Die folgende Glosse soll Ihnen zeigen, was ich meine. Am besten ist es, Sie lesen diese laut vor.<\/p>\n<p><em><strong>Em \u2013 mein Name ist Frank \u2013 \u00e4 \u2013 F\u00fcllwort<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Also: Seit Jahrhunderten gibt es mich, das \u2013 em- F\u00fcllwort und auch die \u2013 \u00e4 &#8211; F\u00fcllsilbe, die, wie ihre Namen schon sagen, die deutsche Sprache anreichern, auff\u00fcllen sollen. In Romanen finden wir daf\u00fcr sozusagen allerhand Beispiele.<\/p>\n<p>Aalso \u2013 damit pflegte Frieda Brenten in Willi Bredels Trilogie \u201eDie V\u00e4ter\u201c, \u201eDie S\u00f6hne\u201c, \u201eDie Enkel\u201c ihre resoluten S\u00e4tze und so einzuleiten.<br \/>\nDie Rede des Biologielehrers Doktor Zickel mit dem Spitznamen \u201eMeck-meck\u201c in Dieter Nolls \u201eDie Abenteuer des Werner Holt\u201c war \u201evoller Eigenheiten\u201c; er sagte des \u00f6fteren \u201eni wahr\u201c: \u201eWo ist \u2013 ni wahr \u2013 das Klassenbuch?\u201c<br \/>\nUnd \u201eimmer mal wieder\u201c hatte \u201etraun f\u00fcrwahr\u201c der Gymnasiallehrer Raat in \u201eDer blaue Engel\u201c von Heinrich Mann \u2013 Professor Unrat genannt \u2013 Schwierigkeiten mit seinen widerspenstigen Sch\u00fclern.<\/p>\n<p>Soweit \u2013 em \u2013 die Literatur. Aber wir begl\u00fccken uns halt auch in der Alltagssprache mit allerhand \u2013 \u00e4 \u2013 F\u00fcllw\u00f6rtern. Sie sind sozusagen Ausdruck von Verlegenheit und Gedankenlosigkeit oder so. Einen \u2013 em \u2013 Informationsgehalt besitzen sie nicht.<\/p>\n<p>Also: damit und einer langen Pause danach leiten Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler m\u00fcndliche Kontrollen ein, wenn sie aus lauter Nichtwissen erst sp\u00e4ter zur Sache kommen k\u00f6nnen. Das ist halt so, ganz gleich, ob der Kontrollierende hier schon Halt gebietet oder den Delinquenten noch eine \u2013 \u00e4 \u2013 Zeitlang schmoren l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Das \u2013 \u00e4 \u2013 ist jedoch aus der Mode gekommen. Es wurde mittlerweile von \u2013 em &#8211; abgel\u00f6st. Was dem US-Amerikaner sein einleitendes \u2013 well &#8211; , ist dem jungen Deutschen sein \u2013 em \u2013 geworden. Nur von \u00c4lteren h\u00f6rt man noch das klangvolle \u2013 \u00e4 &#8211; . Zwischen den \u201e\u00c4-ern\u201c und den \u201eEm-ern\u201c beider Geschlechter liegt inzwischen mindestens eine Generation. Selbst Rundfunk und Fernsehen bieten kaum noch einen Kommentar oder ein Interview ohne das gewisse \u2013 em &#8211; .<\/p>\n<p>Ein Gl\u00fcck, dass wenigstens \u201eebent\u201c ausgestorben scheint. Ja, Sie haben richtig gelesen oder geh\u00f6rt: \u201eeben\u201c mit einem deutlichen \u201et\u201c am Ende. Vor Jahren war \u201eebent\u201c h\u00e4ufiger zweifelhafter Reichtum des Redeflusses von Studentinnen.<\/p>\n<p>Als Fazit: Em \u2013 ich sehe halt ebent sozusagen bessere M\u00f6glichkeiten, als mit \u2013 \u00e4 &#8211; derartigen sprachlichen Missgeburten oder so unsere ohnehin stark gebeutelte deutsche Sprache zu begl\u00fccken.<\/p>\n<p>Liebe Leserinnen und Leser, passen Sie also auf, wie Sie und \u2013 \u00e4 \u2013 andere sprechen! Ich w\u00fcnsche Ihnen einen angenehmen, aber auch nachdenklichen Sonntag.<\/p>\n<p><strong>Dr. Dr. Jan Bretschneider<\/strong><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Wort zum Sonntag vom 13. September 2008<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u201eDenk\u2018 mal frei im Denkmal!\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Leserinnen und Leser,<\/p>\n<p>am Sonntag, dem 14. September, wird im Land der Tag des Offenen Denkmals begangen. Es werden Denkm\u00e4ler \u201ege\u00f6ffnet\u201c, die sonst verschlossen sind, Erkl\u00e4rungen und Sonderf\u00fchrungen angeboten.<\/p>\n<p>Arch\u00e4ologische, genauer die bauarch\u00e4ologisch-kriminalistische Spurensuche soll dieses Jahr im Mittelpunkt stehen. Daneben gibt es Initiativen wie jene von Musikern initiierte: \u201eH\u00f6r\u2018 mal im Denkmal\u201c In diesem Sinne k\u00f6nnte man auch zu \u201eSchau\u2018 mal im Denkmal\u201c aufrufen, wenn man all die plastischen Kunstwerke heutiger K\u00fcnstler in alten Gem\u00e4uern aufgestellt betrachten wollte.<\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich \u201eFeier mal im Denkmal\u201c, ob Gottesdienst, Burgruinenfest, Hexenfastnachtstreiben.<\/p>\n<p>Warum also nicht auch das Freie Denken einmal am Tag des Offenen Denkmals thematisieren? Denk\u2018 mal, wer was wo wann und welches Objekt zum erhaltenswerten Denkmal erkl\u00e4rt hat, ob als Wert hoch- ob niedrig behandelte oder nach blo\u00df politisch-materiellem Wert verdeklariert bestimmte?<\/p>\n<p>Die menschlich-ideell-selbstbestimmte Leistung, die sich meiner Meinung nach im wirklich freien Denken, im sich selbst bestimmenden Leben, \u00e4u\u00dfert, wo hat sie ihre W\u00fcrdigung an diesem Tag?<\/p>\n<p>\u00dcben wir uns in W\u00fcrde und freiem Denken. Damit das ein wirklich o f f e n e r\u00a0 Denkmalstag wird. D e n k \u2018\u00a0\u00a0 m a l\u00a0\u00a0 f r e i\u00a0\u00a0 i m\u00a0\u00a0 D e n k m a l . Es geh\u00f6rt uns Allen!<\/p>\n<p>Spurensuche in der Arch\u00e4ologie, das hei\u00dft auch und besonders Begegnung und Auseinandersetzung mit menschlichem Denken und Handeln. Jenem der Vorfahren, jenem der Arch\u00e4ologen, unserem und jenem in und mit unserer Gesellschaft.<\/p>\n<p>Nehmen wir unser kulturelles Erbe wahr, die Kirchen und Kl\u00f6ster, die stehenden, die verfallenen, die verschwundenen und die abgerissenen Pal\u00e4ste unserer Bundesrepublik Deutschland und unseres Volkes.<\/p>\n<p>Denkt frei und verantwortungsbewusst an das menschliche Leben, die menschliche Existenz und die menschliche W\u00fcrde. Von Freidenkern und religi\u00f6s-gebundenen Denkern, die wir alle gemeinsam heute am menschlichen Leben sind.<\/p>\n<p>In diesem Sinne w\u00fcnsche ich einen aktiven Denk\u2018-mal-frei-im-Denkmal-Tag und einen sch\u00f6nen Sonntag.<\/p>\n<p>Ihr<strong> Abel Niemand<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Wort zum Sonntag vom 6. September 2008<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><strong>Im Internet kursierten am Mittwoch Videomitschnitte einer fr\u00fcheren Rede Palins (der frisch gek\u00fcrten US-Vizepr\u00e4sidentschaftskandidatin f\u00fcr die Republikaner, d.A.) in der die f\u00fcnffache Mutter den Irakkrieg als &gt;&gt;Auftrag Gottes&lt;&lt; bezeichnet. &gt;&gt;Betet f\u00fcr unsere Soldaten&#8230; Unsere nationalen F\u00fchrer schicken sie in einen Auftrag, der von Gott ist.&lt;&lt;<\/strong><\/em><\/p>\n<p>(Neues Deutschland, 05.09.2008)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Leserin, lieber Leser,<br \/>\nleben wir zu Beginn des 21. Jahrhunderts, der sogenannten \u201ePostmoderne\u201c oder 1000 Jahre fr\u00fcher zur Zeit der katholisch-christlichen Kreuzz\u00fcge gegen das islamische und orthodox-christliche Morgenland? Man k\u00f6nnte angesichts solcher \u00c4u\u00dferungen von Sarah Palin letzteres vermuten.<\/p>\n<p>Doch, nein, wir leben im Hier und Heute. In einer Zeit, in welcher \u201efreiheitliche Demokraten und Menschenrechtler\u201c aus den USA und dem \u00fcbrigen \u201eWesten\u201c wieder und wieder religi\u00f6sen Fundamentalismus (und die Errichtung von \u201eGottesstaaten\u201c) anprangern. Nat\u00fcrlich den der anderen, den des Islam (das Ayatollah-Regime). Aber ist dieses ewige Berufen auf \u201eGott\u201c und das Handeln (sprich Kriegf\u00fchren weltweit) im Namen \u201eGottes\u201c durch US-Politiker nicht auch religi\u00f6ser Fundamentalismus? Ist das nicht etwa auch ein angestrebter \u201eGottesstaat\u201c? Denn beruft man sich auf \u201eGott\u201c, was scheren dann noch Verfassung, V\u00f6lker- und Strafrecht? Schlie\u00dflich steht doch \u201eGott\u201c \u00fcber allem irdischen&#8230;<\/p>\n<p>Und da stellt sich mir schon eine grunds\u00e4tzliche Frage. Welchen Gott meinen diese bigotten US-Machtpolitiker eigentlich? Allein diese Frage w\u00fcrde mir wohl in den USA (in CSU-Bayern sicherlich nicht minder) eine Anklage wegen \u201eGottesl\u00e4sterung\u201c einbringen. Angeblich meinen sie den Christen-Gott, den in ihren Augen einzigen und alleinigen Gott. Aber, so viel ich wei\u00df, beten die Erden-Menschen Tausende von G\u00f6ttern an&#8230;<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde Bush, McCain, Palin u.a. durchaus zustimmen, da\u00df sie im Namen eines Gottes handeln, wenn sie ehrlicherweise ihren Gott beim Namen nennen w\u00fcrden: \u201eMaximalprofit f\u00fcr die Gro\u00dfkapitalisten der\u00a0 sich selbst so sehenden wei\u00dfen Herrenrasse\u201c!<\/p>\n<p>Lassen wir uns nicht das Hirn vernebeln. Bleiben wir freie Denker. Damit helfen wir uns und anderen, auch von\u00a0 ideologischer Manipulierung frei zu handeln.<\/p>\n<p>In diesem Sinne w\u00fcnsche ich Ihnen einen besinnlichen Sonntag,<br \/>\nIhr <strong>Siegfried R. Krebs<\/strong><br \/>\n06. September 2008<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Wort zum Sonntag vom 28. August 2008<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u201eSchule hat begonnen\u201c<\/strong><br \/>\nAm 21. August 2008 begann f\u00fcr die schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen in Th\u00fcringen wieder der Unterricht. Wie seit 1989 so auch dieses Jahr werden die Autofahrer hierzulande durch jene gelben B\u00e4nder mit dem sch\u00f6nen neudeutschen St\u00fcmmelsatz \u201eSchule hat begonnen\u201c an ihre Pflicht zur besonderen R\u00fccksichtnahme erinnert. Jene gelben B\u00e4nder im Zeichen des legend\u00e4ren American Songs \u201eTie a yellow ribbon round the old oak tree\u201c als Zeichen geduldigen Wartens und der Liebe.<\/p>\n<p>Was gibt die Zeit unseren Kindern sonst mit auf den Weg?<br \/>\nAm 25. August, dem ersten Schultag f\u00fcr Th\u00fcringische Erstkl\u00e4ssler, wurde mit einem gro\u00dfen Stollen- und Lebkuchenangebot die Weihnachtssaison durch die Gro\u00dfhandelsketten er\u00f6ffnet. Frau Merkel bewegt sich im \u201eBildungsdschungel\u201c und bereitet medienwirksam eine Bildungskonferenz ihrer CDU vor, die SPD wird eine eigene abhalten, beide noch in diesem Herbst. \u201eWahlkampf hat begonnen\u201c. Sollten wir nicht auch solche gelben B\u00e4nder aufspannen als Zeichen f\u00fcr die Politiker? Das trifft es wohl allemal besser als das vorgeschobene Interesse f\u00fcr Bildung mit Gef\u00e4lligkeitsstudien f\u00fcr die Wirtschaft mit der Auszeichnung Sachsens als Ingenieurschmiede Deutschlands. Hier ist Schule f\u00fcr die Wirtschaft da.<\/p>\n<p>Im Osten Deutschlands begann die Schule traditionell immer am 1. September als dem \u201eWeltfriedenstag\u201c im Zeichen der Friedenstaube von Picasso. \u2013 Gewiss, der Beginn des Zweiten Weltkrieges mit dem Angriff der Wehrmacht auf Polen am 1. September 1939 und die Lehre \u201eNie wieder Krieg\u201c, die allen Kindern der DDR an diesem Tag mit auf den Schulweg gegeben werden sollte, scheint nicht mehr gesellschaftlich konsensf\u00e4hig. \u2013 Nicht nur, dass bundesdeutsch traditionell die Bildungslandschaft auch mit st\u00e4ndig verschobenen Schulanfangsterminen h\u00fcbsch aufgespalten ist und unsere Kinder ihrer Vereinzelung in Schule und Gesellschaft \u00fcberantwortet.<br \/>\nDa ist eine Inflation des Weltfriedensgedankens im Gange.<br \/>\nDie Katholische Kirche feiert seit dem 1. Januar 1968 den Neujahrstag ihrerseits als \u201eWeltfriedenstag\u201c. Und am 21. September 1981, dem Tag des Beginns der traditionellen UN-Jahresversammlungen, also des \u201eVersammlungsanfangs\u201c,\u00a0 verk\u00fcndete die UN-Generalversammlung den 21. September zum \u201eInternational Day of Peace\u201c. Seit 2002 UN-\u201eWeltfriedenstag\u201c, der bis heute nur von wenigen beachtet wird, rief ab 2004 der \u00d6kumenische Rat der Kirchen (\u00d6RK) alle Kirchen auf, den 21. September zum Internationalen Gebetstag f\u00fcr den Frieden zu machen, \u201eals M\u00f6glichkeit, die Zeugniskraft der Kirchen und Glaubensgemeinschaften den vielen Kr\u00e4ften der weltweiten Bewegung f\u00fcr Frieden und Gerechtigkeit hinzu zu f\u00fcgen\u201c.<br \/>\nAber CSU-Parteichef Erwin Huber ruft zum \u201eKreuzzug\u201c gegen die Linke auf. Das ist mehr als Wahlkampf geordnet in gesellschaftlichen Konventionen. Das ist ein erkl\u00e4rter Krieg!<br \/>\nUnd auch in den Schulen sind die Gr\u00e4ben innerhalb der jungen Generation l\u00e4ngst aufgemacht, mit der Trennung aller Sch\u00fcler nach Ethik- und Religionsunterricht.<\/p>\n<p>Mir scheint, dass das American \u201eyellow ribbon\u201c sich weit besser mit der Friedenstaube Picassos vereint, als all der Schmarrn, der uns durch bundesdeutsche Medienhoheit zur Zeit entgegenbrandet.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche Ihnen allen einen lieben Sonntag, einen guten \u201eWeltfriedenstag\u201c und einen sch\u00f6nen Schulanfang.<br \/>\nIhr Abel Niemand<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Wort zum Sonntag vom 23. August 2008<\/strong><\/p>\n<h2>\u201eOlympia? Ach, Olympia!\u201c<\/h2>\n<p>Neues Deutschland, 20.08.2008<\/p>\n<p>Liebe Leserinnen und Leser,<\/p>\n<p>waren Sie mit der Berichterstattung \u00fcber die Olympischen Spiele zufrieden oder haben Sie sich nicht nur gefreut, sondern auch ge\u00e4rgert? Ich jedenfalls hatte besonders in der Vorbereitungsphase gen\u00fcgend Grund erz\u00fcrnt zu sein. Ursache daf\u00fcr war die Art und Weise, wie unsere deutschen Medien Informationen \u00fcber China und die Vorbereitung der Spiele her\u00fcber brachten.<\/p>\n<p>Voll mit meinen Gedanken dazu stimmte der Leserbrief von Horst Neumann aus dem &#8222;Neuen Deutschland&#8220; vom 05. August 2008 \u00fcberein, aus dem ich zitiere:<\/p>\n<p>&#8222;Es geh\u00f6rt zu den sch\u00f6nen Traditionen, dass die Wettk\u00e4mpfer und Schiedsrichter vor Beginn der Spiele Fairness geloben. Schade, dass Politiker und Medienvertreter nicht auch so einen Eid schw\u00f6ren m\u00fcssen. Von Fairness ist kaum etwas zu sp\u00fcren, wenn sie sich zu Olympia in Peking \u00e4u\u00dfern. Da China nicht zu den Untertanen der selbsternannten &#8218;Weltherrscher&#8216; geh\u00f6rt, hagelt es Verunglimpfungen und Verleumdungen. Von Politikern werden f\u00fcr die Gegner der chinesischen F\u00fchrung Rechte eingefordert, die diese im eigenen Land selbst nicht gew\u00e4hren bzw. gerade abbauen.&#8220;<\/p>\n<p>Genau so sehe ich das auch. Im Mittelpunkt der Berichte und Kommentare vor Beginn der Spiele stand ja nicht das Streben Chinas, der Welt Einmaliges und Au\u00dfergew\u00f6hnliches zu bescheren, sondern es war das innerchinesische Tibetproblem und es war die Einschr\u00e4nkung von Freiheiten und das Verletzen von Menschenrechten, das in den Blickpunkt der \u00d6ffentlichkeit ger\u00fcckt werden sollte. Dass dabei Dinge herbeigezerrt wurden, die mit den Spielen \u00fcberhaupt nichts oder nur entfernt etwas zu tun haben, hielten Politiker und Medien offenbar f\u00fcr normal. Wer, bitte, kann mir erkl\u00e4ren, was z. B. die Sperrung von Internet-Seiten \u00fcber chinesische Dissidenten und \u00fcber tibetische Proteste mit Olympia zu tun hat? Und wieso muss die &#8222;Th\u00fcringer Allgemeine&#8220; auf ihrer Titelseite einer antiken Sportlerplastik eine Mao-M\u00fctze aufsetzen? Selbst das Absichern der Spiele gegen Terroristen stand in der Kritik, weil es ja die Bewegungsfreiheit einschr\u00e4nken w\u00fcrde. Und bei der Er\u00f6ffnungsfeier wurde krampfhaft nach Protestierenden &#8211; wogegen auch immer &#8211; gesucht. Auch das IOC bekam sein Fett weg, dass es die Spiele \u00fcberhaupt an China vergeben hat.<\/p>\n<p>Ich habe mir beim Lesen solcher Verlautbarungen immer vorgestellt, derartige \u00c4u\u00dferungen w\u00e4ren gefallen, als in den USA olympische Spiele ausgerichtet wurden, wo nicht nur im eigenen Land, sondern auch au\u00dferhalb die Menschrechte mit F\u00fc\u00dfen getreten werden. Nicht auszudenken, welcher Aufschrei quer durch Politikergruppen und deren Lobby gegangen w\u00e4re!<\/p>\n<p>Liebe Leserinnen und Leser, ich hoffe, Sie haben sich nicht durch derlei tendenzi\u00f6se Artikel und Kommentare vom Genuss der Wettk\u00e4mpfe abbringen lassen und es mit dem ND-Leser Horst Neumann gehalten, der schrieb: &#8222;Lassen wir uns die Freude an den sportlichen Wettk\u00e4mpfen in Peking nicht durch sch\u00e4bige Kommentare von Berichterstattern und Politikern verderben.&#8220;<\/p>\n<p>In diesem Sinne w\u00fcnsche ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, sch\u00f6ne Stunden beim Ansehen der Abschlusszeremonie der Olympischen Spiele und einen angenehmen, aber auch nachdenklichen Sonntag.<\/p>\n<p><strong>Dr. Dr. Jan Bretschneider<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Wort zum Sonntag vom 16. August 2008<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u201eLicht! Liebe! Leben!\u201c<br \/>\nJohann Gottfried von Herder (1744-1803), dt. Dichter u. Philosoph<\/strong><\/p>\n<p>Liebe Leserin, lieber Leser,<\/p>\n<p>oft werde ich gefragt, wer wir Freidenker denn eigentlich seien und was wir wollen&#8230; Entweder verweise ich in meiner Antwort auf unsere &#8222;Berliner Erkl\u00e4rung&#8220; oder ich spreche \u00fcber unsere praktische Arbeit, die sich ja auf unserer Internetpr\u00e4senz widerspiegelt.<\/p>\n<p>Doch wenn ich es recht betrachte: Mit seinen drei Worten (er)fa\u00dft Herder Anliegen und Ziele uneres Verbandes gar trefflich.<\/p>\n<p>Licht! &#8211; Das steht f\u00fcr Aufkl\u00e4rung und wissenschaftliche Weltanschauung, steht f\u00fcr unser Wirken als Kulturorganisation.<\/p>\n<p>Liebe! &#8211; Das steht f\u00fcr unseren humanistischen Einsatz, f\u00fcr unsere Arbeit als Lebenshilfeorganisation von der Namensgebung \u00fcber die Jugendfeier bis hin zu Trauerkultur und weltlicher Bestattung.<\/p>\n<p>Leben! &#8211; Das steht f\u00fcr unseren Realit\u00e4tsbezug, f\u00fcr die Erkenntnis, da\u00df ideelle Werte nicht im luftleeren Raum existieren, sondern immer auch \u00f6konomisch begr\u00fcndet sind.<\/p>\n<p>Doch, da gibt es noch etwas! Etwas das wir Freidenker noch st\u00e4rker ber\u00fccksichtigen sollten&#8230; Die Liebe&#8230; Was w\u00e4ren das menschliche Leben und das menschliche Gl\u00fcck ohne sie!?!<\/p>\n<p>Zum freien Denken, zur Freigeistigkeit geh\u00f6rt aus meiner Sicht untrennbar auch die freie Liebe dazu. Nein, ich meine damit nicht den kommerziellen Sexbetrieb, Z\u00fcgellosigkeit und das leichtfertige &#8222;Rumgepoppe&#8220;. Nein, freie Liebe -egal in welcher Auspr\u00e4gung- verlangt zun\u00e4chst nach verantwortungsbewu\u00dftem Verhalten gegen\u00fcber dem (oder auch den) Partner(n) und kann nur auf gegenseitigen ehrlichen Gef\u00fchlen gr\u00fcnden und gedeihen. Auch dar\u00fcber sollten wir Freidenker \u00f6fter mal \u00f6ffentlich nachdenken.<\/p>\n<p>In diesem Sinne genie\u00dfen Sie das sommerliche Licht und erleben Sie einen sch\u00f6nen Sonntag,<br \/>\nIhr <strong>Siegfried R. Krebs<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Wort zum Sonntag vom 09. August 2008<\/strong><br \/>\n<em><strong>Madrid (dpa). Drei Tage vor der Er\u00f6ffnung der Olympischen Spiele in Peking hat die spanische Justiz am Dienstag Ermittlungen gegen chinesische Regierungsmitglieder, Politiker und Milit\u00e4rs wegen des Verdachts von Menschenrechtsverletzungen in Tibet eingeleitet. Der Madrider Ermittlungsrichter Santiago Pedraz lie\u00df eine Klage verschiedener Initiativen aus Tibet zu.<br \/>\n(Neues Deutschland, 6. August 2008)<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Liebe Leserin, lieber Leser,<\/p>\n<p>ob solcher bundesdeutscher Agenturmeldung reibt man sich wieder mal die Augen&#8230; Initiativen aus Tibet h\u00e4tten geklagt und diese Klage im fernen Spanien eingereicht. Wohl eher haben sogenannte Tibet-Aktivisten aus den Metropolen des Kapitals und\/oder exiltibetische Extremisten in dieser Sache agiert.<\/p>\n<p>Doch das ist es nicht, was mich zu dieser Wortmeldung umtreibt. Auch nicht, da\u00df sich ehemalige Kolonialm\u00e4chte Justizhoheit \u00fcber Staaten Asiens oder Afrikas anma\u00dfen.<\/p>\n<p>Wegen angeblicher Menschenrechtsverletzungen (welcher eigentlich?) wird die Volksrepublik China angeklagt. Ein Staat, der kein Vasall von USA und NATO ist, der zudem gr\u00f6\u00dfter \u00f6konomischer Konkurrent auf dem Weltmarkt ist.<\/p>\n<p>Aber nehmen wir mal an, der spanischen Justiz geht es wirklich um Menschenrechte und Verletzung der Rechte von Minderheiten. Wenn, dann k\u00f6nnte sie mal einen Blick in Richtung T\u00fcrkei werfen. Den Kurden wird dort mehr oder weniger der Gebrauch der eigenen Sprache verboten, kurdische Parteien werden regelm\u00e4\u00dfig verboten, an der Wahlteilnahme gehindert. Ja, die Kurden werden offiziell nicht einmal als Kurden bezeichnet, sondern staatlicherseits Bergt\u00fcrken genannt.<\/p>\n<p>Oder die muslimischen Religionsgemeinschaft der Alaviten. Ihre Mitglieder werden als Ketzer verfolgt&#8230;<\/p>\n<p>Dieses Jahr erst sah man im bundesdeutschen Fernsehen Bilder von kurdischen Demonstrationen, in die t\u00fcrkische Panzer hineinfuhren und schossen. Vermeldet wurde eine gro\u00dfe Zahl von Toten. Doch das juckt die menschenrechtlernde spanische Justiz nicht. Denn immerhin ist die T\u00fcrkei NATO-Mitglied und Aufmarschgebiet f\u00fcr US-Truppen.<\/p>\n<p>Aber warum in die Ferne schweifen. In Spanien selbst wird eine nationale Minderheit &#8211; trotz Autonomiestatuts &#8211; diskriminiert: die Basken! Ihre Parteien werden am laufenden Band verboten, ihnen wird die Teilnahme an demokratischen Wahlen verwehrt. Friedliche politische Aktivisten werden willk\u00fcrlich verhaftet und entw\u00fcrdigenden Haftbedingungen ausgesetzt.<\/p>\n<p>Also, spanische Justiz werde aktiv und sorge zun\u00e4chst f\u00fcr Menschen- und Minderheitenrechte im eigenen Land.<\/p>\n<p>Wir Freidenker wissen, es geht jenen hehren Menschenrechtsk\u00e4mpfern wie Bush &amp; Co. sowie ihren willigen Lakaien nicht um die Rechte der Menschen, sondern nur die Herrschaft des Kapitals und &#8222;des Westens&#8220; \u00fcber alle V\u00f6lker dieser Erde.<br \/>\nLassen Sie sich nicht die Hirne vernebeln, denken Sie nach, hinterfragen Sie solche Pressemeldungen.<\/p>\n<p>In diesem Sinne w\u00fcnsche ich Ihnen noch einen besinnlichen Sonntag,<br \/>\n<strong> Ihr Siegfried R. Krebs<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Wort zum Sonntag vom 2. August 2008<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>.<em>.. \u201eIst Ihnen je der Gedanke gekommen, Mr. Clay, dass man\u00a0 den Menschen erlauben sollte, ihr eigenes Land nach eigenem Gutd\u00fcnken zu verwalten, und dass man sie nicht zwingen sollte, ihre Politik nach den Bequemlichkeiten von zwei Dutzend Fremden zu orientieren?\u201c<\/p>\n<p>Verbl\u00fcfftes Schweigen, dann brach aus Clay alle aufgestaute Entr\u00fcstung heraus:<br \/>\n\u201eIhnen erlauben, ihre eigene Regierung zu haben!!!??? Das ist die d\u00fcmmste Idee aller Zeiten! Wissen Sie denn nicht, dass wir Amerikaner ihnen eine viel bessere Regierung geben werden, als sie jetzt haben? Wissen Sie\u00a0 denn nicht, dass wir den Terrorismus und die Rebellion im Schach halten? Wissen Sie denn nicht, dass wir ihr Eigentum f\u00fcr die Leute sicher machen \u2013 genau wie unseres \u2013 und ihr Leben auch? Verdammt, wir geben ihnen Dinge -&#8230;.*-, die sie nie in der Welt selbst zustande kriegen&#8230;\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em><strong>(gelesen in einem US-amerikanischen Krimi aus den 20er (!) Jahren)<\/strong><\/em><br \/>\n<strong><br \/>\n<\/strong>Liebe Leserinnen und Leser,<\/p>\n<p>vor etlichen Jahren notierte ich mir diese Zeilen. Leider verga\u00df ich, mir den Titel des Krimis und den Namen des Autors zu merken.<\/p>\n<p>\u00dcber 80 Jahre alt ist dieser Text, aber man k\u00f6nnte meinen, er w\u00e4re erst jetzt zu Beginn des 21. Jahrhunderts geschrieben&#8230;<\/p>\n<p>Gesagt wurde das \u00fcber \u201eWilde\u201c, die schon H\u00f6chstleistungen in Kultur, Wissenschaft und Technik vollbracht haben, als es die USA noch gar nicht gab. Und \u2013 mit dieser Borniertheit bewegen sich US-Amerikaner heute nicht nur in Afghanistan oder im Zweistromland (einer der Wiegen menschlicher Zivilisation)&#8230; \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit &#8222;Belehrungen&#8220; und &#8222;Segnungen&#8220;, die &#8222;der Westen&#8220; heuer der \u00e4ltesten (und mit Abstand gr\u00f6\u00dften) Kulturnation &#8211; den Chinesen &#8211; bringen will.<\/p>\n<p>Zu den im Text genannten &#8222;Dingen&#8220;, damit waren und sind nicht der Respekt vor den Anderen, nicht Handel und Politik auf gleicher Augenh\u00f6he gemeint. Nein, ganz in christlicher Kolonialherrenmanier: christliche Kirchgeb\u00e4ude und Missionsstationen, Coca Cola, Hamburger, Comic Strips und Sitcoms&#8230;<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte aber nicht weiter ausholen, denn die Zeilen des US-amerikanischen Schriftstellers sprechen f\u00fcr sich und bed\u00fcrfen keines Kommentars.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche Ihnen noch einen besinnlichen Sonntag,<\/p>\n<p><strong>Ihr Siegfried R. Krebs<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Wort zum Sonntag vom 26. Juli 2008<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>&#8222;Ab dem 1. Spetember m\u00fcssen sich Ausl\u00e4nder, die die deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft beantragen, einem Test stellen &#8230; Doch keine Angst, liebe Migranten, Sie d\u00fcrfen den Test beliebig oft wiederholen. Und falls Sie liebe Leser, bereits im Besitz der deutschen Staatsb\u00fcrgerschaft sind, k\u00f6nnen Sie sich dieser w\u00fcrdig erweisen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>Aus einem Kommentar zu &#8222;Das etwas andere Quiz&#8220;, Neues Deutschland 12.\/13. Juli 2008 S. 22)<\/em><\/p>\n<p>Liebe Leserinnen und Leser,<\/p>\n<p>hurra, haben meine Frau und ich ausgerufen; wir d\u00fcrfen uns weiterhin deutsche Staatsb\u00fcrger nennen, denn wir haben nicht nur 17, sondern 30 bzw. 31 der 33 Fragen richtig beantwortet. Nur die Anzahl der Bundesl\u00e4nder war nicht so ganz gegenw\u00e4rtig und wo die Bundesrepublik so \u00fcberall Gr\u00fcndungsmitglied ist. Echte Probleme hatte ich mit der Frage 7: Wann ist die Meinungsfreiheit eingeschr\u00e4nkt? Geforderte Antwort: Bei der \u00f6ffentlichen Verbreitung falscher Behauptungen \u00fcber einzelne Personen. Frage meinerseits: Und wieso d\u00fcrfen dann z. B. falsche Verd\u00e4chtigungen \u00fcber eine Stasimitarbeit ungestraft verbreitet werden? Weiter: Zu Frage 7 stehen noch zur Auswahl: &#8222;bei Diskussionen \u00fcber Religionen&#8220; und &#8222;bei Kritik am Staat&#8220;. Frage meinerseits: Wieso kommen diese Antworten nicht in Frage? Zeigt doch die politische Praxis in der Bundesrepublik tagt\u00e4glich deren Zutreffen\u00a0.<br \/>\nDie Schwierigkeiten setzten sich fort bei Aufgabe 12: Mit welchen Worten beginnt die deutsche Nationalhymne? Geforderte Antwort: Einigkeit und Recht und Freiheit &#8230; Wieso das? Haben wir uns von &#8222;Deutschland, Deutschland, \u00fcber alles&#8230;&#8220; verabschiedet? Wo steht das geschrieben? Im Grundgesetz jedenfalls habe ich dazu nichts gefunden, und dort w\u00e4re ja eigentlich der rechte Platz f\u00fcr solche Festsetzungen.<br \/>\nLiebe Leserinnen und Leser, ich will damit sagen: Nicht nur &#8222;Migranten&#8220; d\u00fcrften mit dem &#8222;Staatsb\u00fcrgerschaftstest&#8220; so ihre Schwierigkeiten haben, sondern auch mancher gestandene BRD-B\u00fcrger.<br \/>\nWas wird mit diesen, welche den Test nicht bestehen? Der Leserbrief von Maria Curter im &#8222;ND&#8220; bringt das Absurde\u00a0auf den Begriff:<br \/>\n&#8222;So viel deutsches Deutschland bei 33 Aufgaben! Der deutsche Beamtenschwei\u00df muss ja eimerweise geflossen sein, um sich solche Fragen auszudenken. Dem deutschen Fernsehen schlage ich diesen Einb\u00fcrgerungstest als neues Format vor, als Quiz f\u00fcr deutsche B\u00fcrger. Wer weniger als 51 Prozent der Fragen beantworten kann, muss seinen deutschen Pass abgeben.&#8220;<br \/>\nIch w\u00fcnsche Ihnen einen angenehmen, aber auch nachdenklichen Sonntag.<\/p>\n<p><strong>Dr. Dr. Jan Bretschneider<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Wort zum Sonntag vom 19. Juli 2008<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>&#8222;Der einhellige Beschlu\u00df der Arbeits- und Sozialminister (Anm. von Bund und L\u00e4ndern), nach dem bei den h\u00f6chstrichterlich monierten Jobcentern (Anm. den ARGEn) alles so bleibt, wie es ist, ist ein Lehrst\u00fcck h\u00f6chster Staatskunst. Die Verquickung von Bundes- und kommunalen Strukturen, seinerzeit als Sturzgeburt einer entnervten n\u00e4chtlichen schwarzgelbrotgr\u00fcnen Runde entstanden, soll weiterhin Bestand haben. Zwar ist die derzeitige Praxis nicht von der g\u00fcltigen Rechtslage gedeckt&#8230; Was liegt da n\u00e4her als eine einfache Frontbegradigung durch die \u00c4nderung der Rechtsgrundlage?&#8220;<\/p>\n<p>Neues Deutschland, 16. Juli 2008<\/em><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Leserinnen und Leser,<\/p>\n<p>(K)ein Schelm der ARGES dabei denkt!? Und da m\u00f6chte man doch als politisch Linker, als Freidenker lauthals sofort nach dem Verfassungsschutz rufen&#8230; Wenn der denn wirklich die Verfassung, sprich das Grundgesetz, zu sch\u00fctzen h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Die Musterdemokraten des Bonner Kartells CDUCSUSPDFDPGR\u00dcNE tragen seit Jahrzehnten den Popanz \u201efreiheitlich demokratischer Rechtsstaat\u201c vor sich her und haben das Bundesverfassungsgericht zum Heiligen Olymp erkl\u00e4rt und wollen dem Rest der Welt dieses politische System als das einzig richtige, ja als das einzig nur m\u00f6gliche vorschreiben.<\/p>\n<p>Doch, ach, da hat das Bundesverfassungsgericht im Dezember das Hartz-IV-Gesetz mit seinem Konstrukt der \u201eARGE\u201c f\u00fcr verfassungswidrig erkl\u00e4rt und der Exekutive die Auflage erteilt, bis zum Jahre 2010 eine grundgesetzkonforme \u201eVerwaltung und Betreuung der Langzeitarbeitslosen\u201c zu schaffen.<\/p>\n<p>Wer nun meint, da\u00df die herrschende Politik den gro\u00dfz\u00fcgig gesetzten Termin f\u00fcr ein solches Tun auch nutzen w\u00fcrde, sieht sich Mitte Juli eines besseren belehrt. Eine Runde von Ministern geht einen anderen Weg als vom H\u00f6chsten Gericht gewiesen: Nicht ein schlechtes, ein schlecht gemachtes\u00a0 Gesetz soll mit dem Grundgesetz in \u00dcbereinstimmung gebracht werden.<\/p>\n<p>Nein, stattdessen soll die Verfassung ge\u00e4ndert,\u00a0 f\u00f6rmlich gebeugt, werden, um diese an ein schlechtes Gesetz anzupassen.<\/p>\n<p>Aber dar\u00fcber wird sich doch kein Verfassungsschutz, also der Inlandsgeheimdienst, aufregen, ber\u00fchrt dieses schlechte Gesetz, die angestrebte Verfassungs\u00e4nderung ja blo\u00df die weitere Einschr\u00e4nkung der W\u00fcrde und Rechte von Millionen B\u00fcrgern.<\/p>\n<p>Lieber kriminalisiert man &#8211; siehe das von der CSU initiierte neue \u201eVersammlungsrecht\u201c &#8211; Linke, als Parteien, Organisationen und Individuen, f\u00fcr die das Grundgesetz trotz all seiner M\u00e4ngel ein sch\u00fctzenswertes Gut ist.<\/p>\n<p>Trotz dieser tr\u00fcben Aussichten w\u00fcnsche ich Ihnen einen besinnlichen Sonntag.<\/p>\n<p><strong> Ihr Siegfried R. Krebs<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Wort zum Sonntag vom 12. Juli 2008<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><strong>\u201eWas immer auch geschieht, nie sollt ihr so tief sinken,<br \/>\nvon dem Kakao, durch den man euch zieht \u2013 auch noch zu trinken.\u201c<\/p>\n<p>Kurt Tucholsky (1890 \u2013 1935)<br \/>\n<\/strong><\/em><em><strong><\/p>\n<p><\/strong><\/em>Liebe Leserinnen und Leser,<br \/>\nist sie nicht wundersch\u00f6n, diese Wortakrobatik des Meisters? Mit so wenig so viel gesagt.<\/p>\n<p>Welcher arbeitslose Professor, dessen Abschluss per Gesetz bereits nach einem halben\u00a0 Jahr soweit entwertet wird, dass er die Strasse kehren kann bei Hartz IV, k\u00f6nnte das so gut? Und welcher Professor in Anstellung k\u00f6nnte das heute?<br \/>\nDa ist wieder etwas geschehen im Land der Dichter und Denker. Hier braucht man gerade t\u00fcchtige Ingenieure, ethisch einwandfreie Christen, Wendeh\u00e4lse, Finanzjongleure, eine bunt schrill schillernde Kultur noch oben auf als Sahneh\u00e4ubchen.<\/p>\n<p>Es ist sch\u00f6n, Sie wieder hier begr\u00fc\u00dfen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich habe heute einmal dieses alte Tucholsky-Zitat hervorgekramt, das mir nicht aus dem Kopf gehen will. Wom\u00f6glich gleichen sich seine und unsere Zeiten?<\/p>\n<p>Tun wir etwas f\u00fcr unsere Sonntagsstimmung, auf das wir uns auf uns selbst besinnen. Seien wir bei uns selbst zu Hause, im freien Denken.<\/p>\n<p>Wie immer herzlichst<\/p>\n<p><em><strong><br \/>\nIhr *Abel Niemand*<br \/>\n<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong><\/p>\n<p>Anhang:<br \/>\n<\/strong><\/em>Kurt Tucholsky war ein deutscher Journalist und Schriftsteller. Er schrieb auch unter den Pseudonymen Kaspar Hauser, Peter Panter, Theobald Tiger und Ignaz Wrobel.<\/p>\n<p>Tucholsky z\u00e4hlte zu den bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik. Als politisch engagierter Journalist und zeitweiliger Mitherausgeber der Wochenzeitschrift Die Weltb\u00fchne erwies er sich als Gesellschaftskritiker in der Tradition Heinrich Heines. Zugleich war er Satiriker, Kabarettautor, Liedtexter, Romanautor und Lyriker. Er verstand sich selbst als linker Demokrat, Pazifist und Antimilitarist und warnte vor antidemokratischen Tendenzen \u2013 vor allem in Politik, Milit\u00e4r und Justiz \u2013 und vor der Bedrohung durch den deutschen Faschismus.<em><strong><br \/>\n<\/strong><\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Wort zum Sonntag vom 05. Juli 2008<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><strong>\u201eVom 1. Januar 2009 an sollen in Deutschland kirchliche Hochzeiten ohne vorherige Trauung beim Standesamt m\u00f6glich sein. Dies ergibt sich aus einer von der \u00d6ffentlichkeit weitgehend unbemerkten \u00c4nderung des Rechts der Eheschlie\u00dfung. Sie hat zur Folge, dass nicht nur eine kirchliche Voraustrauung, sondern auch eine Ehe ohne den Gang zum Standesamt m\u00f6glich ist.<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong>Seit Einf\u00fchrung der Zivilehe in Deutschland 1875 musste die standesamtliche Hochzeit der kirchlichen vorausgehen. Geistliche wurden bestraft, falls sie sich nicht daran hielten. Urspr\u00fcnglich wurde den Pfarrern drei Monate Haft angedroht. Zuletzt war die kirchliche Voraustrauung in der Bundesrepublik aber nur noch eine Ordnungswidrigkeit ohne Sanktionen. 2006 wurden rund 373 700 Ehen vor dem Standesamt geschlossen, rund 105 000 Paare gingen dann auch vor den Altar.\u201c<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em>(aus Nachrichtensendungen vom 3. Juli 2008)<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Leserinnen und Leser,<\/p>\n<p>als ich am Donnerstag diese Nachrichten vernahm, rieb ich mir verwundert die Augen, schaute auf den Kalender. Nein, wir hatten nicht den 1. April, es handelte sich um keinen April-Scherz&#8230;<\/p>\n<p>Wenn Autoren wie Morris Berman (\u201eKultur vor dem Kollaps\u201c) schreiben, da\u00df wir uns einem neuen Mittelalter n\u00e4hern, dann ist eine solche bundesdeutsche Gesetzes\u00e4nderung der beste Beweis f\u00fcr seine These. Zur\u00fcck hinter Bismarck, so lautet die Regierungsdevise der heute Herrschenden, weg mit allem was nach Aufkl\u00e4rung und Zivilgesellschaft riecht!<\/p>\n<p>Wobei man konstatieren mu\u00df, da\u00df der erzkonservative Kanzler Bismarck mit seiner Sozialgesetzgebung, mit seiner antikatholischen Politik und mit der Einf\u00fchrung der Zivilehe (Standes\u00e4mter!) keinesfalls Sozialist oder Freidenker war. Nein, Bismarck ging es allein um die Stabilisierung des Staates, um die Einbindung der Arbeitermassen in die Gesellschaft, um die Verhinderung sozialer Unruhen, um das Kleinhalten der revolution\u00e4ren Arbeiterbewegung. Mit sozialen Reformen, die ihren Namen seinerzeit noch verdienten, mit der behutsamen Losl\u00f6sung von einigen kirchlichen Machtanspr\u00fcchen sollte die Sozialdemokratie klein gehalten werden; zu diesem Zuckerbrot kam aber auf gutjunkerliche Art noch die Peitsche hinzu: das Sozialistengesetz. Letzteres mu\u00dfte fallen, die sozialen und zivilrechtlichen Reformen jedoch hatten Bestand, trotz zweier Weltkriege, Inflation und Weltwirtschaftskrise.<\/p>\n<p>Es mu\u00dften erst weit \u00fcber 100 Jahre sp\u00e4ter Sozialdemokraten in Regierungsverantwortung kommen, um das progressive und gesellschaftsstabilisierende Erbe Bismarcks zu liquidieren, ganz im Sinne einer kurzsichtigen Macht- und Profiterhaltung von Gro\u00dfkapital und Gro\u00dfkirchen. So zun\u00e4chst Kanzler Schr\u00f6der mit seiner Agenda-Politik (Hartz-Gesetze), nun Justizministerin Zypries mit dem Vorsto\u00df zur Aufweichung, gar Abschaffung der Zivilehe.<\/p>\n<p>Wenn sich in diesen Tagen Vertreter der Gro\u00dfkirchen kritisch zu dieser Gesetzes\u00e4nderung, zu ihrem neuen Privileg \u00e4u\u00dfern, dann sollte man vorsichtig sein und bleiben&#8230; Es wird ja nicht das Privileg an sich kritisiert. Nein, nur da\u00df diese Eheschlie\u00dfungen noch nicht vollwertig sind in bezug auf Unterhaltsregelungen, Erbrecht etc.<\/p>\n<p>Nachtigall, ick h\u00f6r dir trapsen, sagt der Berliner. Und ich bef\u00fcrchte schlimmes&#8230; Der n\u00e4chste Schritt k\u00f6nnte doch, scheinheilig mit der grundgesetzlichen Gleichbehandlung begr\u00fcndet, eine Ver\u00e4nderung des BGB sein, um den W\u00fcnschen des Klerus zu entsprechen: da\u00df Menschen wie vormals in ihren ganz pers\u00f6nlichen Angelegenheiten wieder voll und ganz \u201evom Pfaffen abh\u00e4ngig\u201c sein werden. Denn es ist schon heute bezeichnend, da\u00df nur noch ein Drittel aller Eheschlie\u00dfenden nach dem Standesamt noch zum Traualtar gehen&#8230; Das schreit nun endlich nach EINEM Kirchenrecht f\u00fcr ALLE!\u00a0 Denn vor einer wirklichen S\u00e4kularisierung, vor einer wirklichen Emanzipation haben die Herrschenden und ihre Lakaien doch immer die gr\u00f6\u00dfte Angst. &#8222;Ach Gott &#8211; wie \u00a0e t h i s c h &#8222;, kann man, kann der Satiriker, da nur l\u00e4stern&#8230;<\/p>\n<p>Trotz dieses Bildes von einer m\u00f6glichen d\u00fcsteren Zukunft w\u00fcnsche ich Ihnen einen besinnlichen Sonntag,<\/p>\n<p><strong>Ihr Siegfried R. Krebs<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Wort zum Sonntag vom 27. Juni 2008 <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><strong>\u201eGehe hin in Frieden\u201c<\/strong><\/em><br \/>\n<em>Aus: Der Klang des Geldes, mittelalterliche Legende um Nasreddin Hoca. Die erste schriftliche Erw\u00e4hnung einer Lehrgeschichte von Nasreddin findet in der Saltukname, eine Sammlung von Legenden \u00fcber Sari Saltuk, einem islamischen Heiligen des 13. Jahrhunderts statt. Diese wurde 1480 von Eb\u00fclhayr Rumi nach\u00a0 siebenj\u00e4hriger Vorarbeit herausgegeben. <\/em><br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Leserinnen und Leser,<\/p>\n<p>ist das nicht ein sch\u00f6ner Wunsch? Gewiss, eine Abschiedsformel. Aber man w\u00fcnscht doch Frieden, was im Deutschen gleichbedeutend ist mit einem \u201eZustand der Ruhe, mit Harmonie\u201c oder auch mit der \u201eBeilegung einer (kriegerischen) Auseinandersetzung\u201c. Das m\u00f6chte \u201eJedermann\u201c gern \u201eHaben und Sein\u201c.<\/p>\n<p>Ich habe den heutigen Leitspruch einer Anekdote um Nasreddin Hoca entnommen, dessen 800ten Geburtstag man in diesem Jahr feiert. Dabei ist dieser legend\u00e4re Volksheld ebenso wenig historisch verb\u00fcrgt wie die \u00e4hnlich gelagerte Figur der Eulenspiegelschw\u00e4nke.<\/p>\n<p>Nasreddin fungiert in der Geschichte als Imam, also als islamischer Richter. Er nimmt den Bettler in Schutz vor dem reichen Wirt. Entscheidet f\u00fcr den freien Abzug des Bettlers vor dem Geldhunger das Wirts. Entscheidet auf fairen Handel zwischen dem Wohlgeruch eines Bratens und dem Klang des Geldes, welche beiden Objekte die Legende als gleichwertig zum Tausch anerkennt. Entscheidet auf Frieden f\u00fcr den Bettler.<\/p>\n<p>Der gleiche Tausch ist hier zu Lande besser bekannt aus dem Eulenspiegelschwank \u201eWie Eulenspiegel den Wirt mit dem Klange des Geldes bezahlte\u201c. Nur dass Eulenspiegel selbst den Klang des Geldes anbietet gegen den Wohlgeruch des Bratens, der Wirt selbst seinen Geldhunger bezwingt und auf den Richter verzichtet. Denn im Volksschwank hat der Wirt Angst vor weiteren Eulenspiegeleien, oder doch vorm Richterspruch? Jedenfalls willigt der Wirt in Eulenspiegels Angebot zum Gerichtsgang gar nicht erst ein. Dann zog \u201eEulenspiegel &#8230; von dannen, wanderte fort vom Rhein und zog wieder in das Land Sachsen.\u201c<\/p>\n<p>Da stellt sich uns doch die Frage nach dem ferneren Schicksal des Bettlers, also in Neudeutsch, nach dem Prek\u00e4ren. \u2013 Was hatte der Bettler erhalten? Die Teilhabe am Bratengeruch. Der Bettler ist es, der den Tausch anbietet und vollzieht, nicht der Wirt. Das hei\u00dft, die Erfindungsgabe liegt beim Prek\u00e4ren \u2013 er hat da einen Fladen, hier eine alte trockene Semmel. Und er hat \u2013 noch \u2013 klingende M\u00fcnzen. Mithin kann er nicht verhungern, soll aber nach der Vorstellung des Saturierten dennoch f\u00fcr seine so ungew\u00f6hnlich ideenreich eingeforderte Teilhabe bezahlen. \u2013 Und musste gehen!<\/p>\n<p>Ergebnis: Nasreddin Hocas Bettler ging und war beim Gehen in Frieden vor den Nachstellungen des Saturierten, Eulenspiegel ging und blieb als Bedrohungsszenario Teilhabe einfordernder Eulenspiegel. So beschreibt es die Legende. War er ein Bettler und damals bereits besonderes Symbol f\u00fcr das Volk? Eher Eulenspiegel als im \u201esozialen Frieden\u201c?<\/p>\n<p>Heute w\u00e4ren alle Handelnden dieser Legenden miteinander im Zeitalter der Globalisierung angekommen, alle beanspruchten heute ihren Platz in dieser Welt. Eben global betrachtet!<br \/>\n\u00dcberhaupt: Wohin k\u00f6nnte man sie auch \u2013 global betrachtet \u2013 wegschicken?<br \/>\nGlobal betrachtet ist heute die Zeit, in der alle Menschen Kenntnis haben k\u00f6nnen von den einzelnen Religionen, innerhalb jeder einzelnen eine neue Zeit f\u00fcr den Umstand vorausgesagt wurde, eben f\u00fcr diese globale Zeit. Dann, wenn die Kunde der jeweiligen religi\u00f6sen Botschaft bei allen Menschen der Erde bekannt gemacht sein k\u00f6nnte, br\u00e4che ein neues Zeitalter an. Denn alle w\u00fcssten dann von allen. Gemeinhin forderten die \u00dcberlieferungen monotheistischer Religionen dann den Entscheid f\u00fcr ihren Glauben. Sie w\u00fcrden anderen \u00dcberzeugungen keinen gleichrangigen Platz einr\u00e4umen wollen. Sie enden in einer Apokalypse, einer Endzeit-Vorstellung.<\/p>\n<p>&#8222;Nasr ed-Din\u201c bedeutet \u201eSieg des Glaubens\u201c.<\/p>\n<p>Doch zur\u00fcck zur hiesigen mittelalterlichen Legende: Eulenspiegel machte sich, was leicht war, schwer, was schwer war, anderen leicht, musste selbst Bettler sein und machte den Menschen dennoch ihren Anspruch auf Teilhabe am Leben begreifbar.<\/p>\n<p>Damit wendet sich die hiesige Volkslegende<br \/>\nwider die Ausgrenzung Andersdenkender, Andersgl\u00e4ubiger und Konfessionsfreier,<br \/>\nwider die sittenwidrige Abweisung Arbeitssuchender als gesamtgesellschaftliches Problem,<br \/>\nwider die finanztechnisch verbr\u00e4mte Verknappung von Lebensressourcen und<br \/>\nwider die Wegnahme des Letzten, der menschlichen W\u00fcrde.<\/p>\n<p>Was bedeutet der Frieden den Freidenkern f\u00fcr jeden Einzelnen?<br \/>\nIch denke, sein Recht auf Teilhabe einfordern.<br \/>\nIch denke, im Frieden sein, im Hier und Jetzt.<\/p>\n<p>F\u00fcr ein Leben in W\u00fcrde und aktives Sein im Leben.<br \/>\nIch w\u00fcnsche Ihnen einen guten Sonntag.<\/p>\n<p><strong>* Abel Niemand *\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p><strong>Anhang: Der Klang des Geldes <\/strong><br \/>\nNasreddin ging durch den Basar. Er h\u00f6rte Geschreie aus einer Gark\u00fcche. Nasreddin rannte sofort hin, um nachzusehen, was dort geschah. Er sah einen Wirt, der einen Bettler am Kragen sch\u00fcttelte, nur weil der Bettler nicht zahlte. Nasreddin fragte, was los sei. Der Wirt br\u00fcllte: \u201eDieser Landstreicher holte einen Fladen aus der Tasche und hielt den Fladen solange auf dem Bratspie\u00df, bis er nach Fleisch roch und doppelt so gut schmeckte und jetzt zahlt er nicht.\u201c Daraufhin sprach Nasreddin zum Bettler: \u201eEs ist nicht gut, fremdes Gut ohne Bezahlung zu benutzen. Hast du Geld?\u201c Der Bettler holte ein paar M\u00fcnzen aus der Tasche und der Wirt streckte seine Hand aus, aber Nasreddin sprach pl\u00f6tzlich: \u201eWarte, Meister des Wohlgeschmacks, h\u00f6r mal genau zu!\u201c Nasreddin sch\u00fcttelte eine Weile die Faust, in der sich die M\u00fcnzen befanden und es klimperte. Er gab dem Bettler das Geld zur\u00fcck und rief: \u201eGehe hin, in Frieden!\u201c Der Wirt sprach erschrocken: \u201eAber ich hab das Geld doch \u00fcberhaupt nicht bekommen.\u201c Nasreddin dagegen: \u201eEr hat den Duft deines Bratens gerochen und du hast den Klang seines Geldes geh\u00f6rt. Jetzt seid Ihr quitt!\u201c \u2013 Vgl. http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nasreddin<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Wort zum Sonntag vom 21. Juni 2008<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u201eIch sage nur, die DDR l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen. Mit den Vorschl\u00e4gen der Linken k\u00e4men wir vielleicht zu relativ mehr Gerechtigkeit. Aber auf einem Level, auf dem heute keiner mehr leben will. Soziale Gerechtigkeit hei\u00dft, sich nicht nur um Menschen im unteren Bereich k\u00fcmmern. Auch Eigent\u00fcmer m\u00fcssen das Gef\u00fchl haben, z.B. mit der Steuerpolitik gerecht behandelt zu werden. Einseitige Neiddebatten w\u00fcrden zu mehr Spaltung f\u00fchren. Wir brauchen keine Politik der Schlagworte, sondern der Ehrlichkeit.\u201c<\/p>\n<p>Christine Lieberknecht, Th\u00fcringer Sozialministerin (CDU), am Weltkindertag, dem 1. Juni 2008, im OTZ-Interview auf die Frage von Henning Johr:<br \/>\n\u201eWas will die CDU der Sozialpropaganda der Linken entgegensetzen?\u201c<\/em><\/p>\n<p>Liebe Leserinnen und Leser,<\/p>\n<p>mal ehrlich:<br \/>\nWie wollen Sie heute leben?<br \/>\nNat\u00fcrlich freiheitlich-demokratisch, ganzheitlich-gesund ungespalten und vor allem gerecht.<\/p>\n<p>Jedenfalls mir geht das so. Deshalb komme ich immer so schlecht mit, wenn mir Politiker weis machen wollen, in diesen W\u00fcnschen lie\u00dfe mich nur \u201edie DDR gr\u00fc\u00dfen\u201c. Oder stimmt es wirklich, dass die \u2013 offenbar jetzt politisch neuartig nur noch in LEVELHAFTIGER RELATIVIT\u00c4T zu messende \u2013 GERECHTIGKEIT heute keiner mehr leben will?[1] Ist das denn die Menschenm\u00f6glichkeit?<\/p>\n<p>Warum um alles in der Welt trampt Christine Lieberknecht denn da auf dem menschlichen Gerechtigkeitsgef\u00fchl herum? Na Gott sei Dank! Alles nur Sozialpropaganda in Schlagworten.<br \/>\nDrum kommt unsere frisch gebackene Sozialministerin auch spielend leicht vierzehn Tage sp\u00e4ter mit grunds\u00e4tzlich-sozialer Marktwirtschaft bei \u201eSozialem im Wirtshaus\u201c [2] drauf zur\u00fcck, dass man \u201edie sozialen Schlagworte nicht den Linken \u00fcberlassen\u201c d\u00fcrfe. Also: Es ist Frau Lieberknecht, die \u201edie Anwesenden\u201c mit dem bundesweit-medizinischen Versorgungsprojekt \u201eSchwester Agnes\u201c [3] an DDR-Zeiten erinnert. Frau Lieberknecht selbst lobt die \u00e4hnlich positiv verlaufende Entwicklung der Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) im Lande. [2] Nein, das Wort \u201ePolikliniken\u201c f\u00e4llt nicht im Wortbeitrag der OTZ.<\/p>\n<p>Warum die Sozialministerin eigentlich nur ein Spannungsfeld sieht, n\u00e4mlich \u201ezwischen der hochtechnisierten Welt, in der wir leben, und andererseits denen, die \u201anicht mitkommen\u2018, armen und hilfebed\u00fcrftigen Menschen?\u201c [2] Offenbart sie hier das alte gespaltene Weltbild mit Saturierten und Prek\u00e4ren \u2013 d.h. den Satten und den Bittstellern. Also eines Eingeteilten in Himmel und Erde? Eines Politikstils mit Gl\u00e4ubigen und Konfessionsfreien? Eines Schulsystems mit Religionsunterricht und der ersatzweisen Ethik? Einer schlagwortartig und gewollt plakativen Einteilung in Gut und B\u00f6se.<br \/>\nDann hie\u00dfe das \u2013 weil man da nur \u201edenklogisch\u201c [4], sonst aber schlecht mitkommt \u2013 dass dieses Wort zum Sonntag nur das Wort eines Bittstellers w\u00e4r\u2018 ? &#8230; Dem man ein Almosen gibt und Schlagworte &#8230;. oder auch Nichts &#8230; oder oder &#8230;<br \/>\nWas f\u00fcr EIN Freiheit-, Demokratie- und Vernunftwidriger, menschenunw\u00fcrdiger Grundsatz.<\/p>\n<p>Ganz ehrlich:<br \/>\nDie Aufkl\u00e4rung in Deutschland war mit ihrem Menschenbild da schon weiter, wenn sie mit einem Weisen fragen lie\u00df: \u201eSind Christ und Jude eher Christ und Jude, als Mensch?\u201c [5]<br \/>\nIn diese Gemeinschaft finden sich \u201eKonfessionsfreie\u201c unterschiedlicher kultureller Biographien als Menschen hineingenommen. Freidenker leben nicht vom gutb\u00f6sen Grabendenken und pflegen keine Lieberknechtsche Geschichtsklitterung zwischen alter DDR und neuer BRD.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche Ihnen ein freiheitlich-demokratisches, ganzheitlich-gesund ungespaltenes und ungeteilter Gerechtigkeit verbundenes Leben<br \/>\nund<br \/>\neinen sch\u00f6nen Sonntag.<\/p>\n<p><strong>*Abel Niemand*<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Zitate:<br \/>\n[1] Nahtlose Fortsetzung. Henning Johr, OTZ-Artikel vom 1. Juni 2008<br \/>\n[2] Soziales im Wirtshaus. Petra Lowe, OTZ-Artikel vom 17. Juni 2008<br \/>\n[3] Mit Arzthelferinnen gegen den \u00c4rztemangel. Schwester Agnes erobert den Westen. Die Sache mit der Gemeindeschwester Agnes, dpa \/ k\u00fc. vom 11. Oktober 2007.<br \/>\n[4] Demokratie und Sozialismus, Angela Merkel von 2008.<br \/>\n[5] Nathan der Weise. Gotthold Ephraim Lessing, 1779.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Wort zum Sonntag vom <\/strong><strong>14. Juni 2008 <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>&#8222;Kein Volk kann gleichzeitig unwissend und frei sein.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>Thomas Jefferson<br \/>\nPr\u00e4sident der USA 1801 &#8211; 1809<br \/>\n<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Leserinnen und Leser,<\/p>\n<p>200 Jahre liegen zwischen diesen Worten des Mitverfassers der US-amerikanischen Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung und dem weltweit unheilvollen Agieren des jetzigen pr\u00e4sidialen Bush-Kriegers&#8230; Im Interesse der Herrschenden und der in ihrem Auftrage Regierenden wird Unwissenheit verbreitet, wird massivst und schamlos gelogen, um Kriege um die imperiale Vorherrschaft f\u00fchren zu k\u00f6nnen. Angeblich leben wir ja in der Informationsgesellschaft, doch diese meint nicht Inhalte, Wissen, Meinungsaustausch, sondern auschlie\u00dflich Informationstechnologien und -techniken&#8230; Was den wenigsten Menschen und Nutzern der Medien und auch des Internets bewu\u00dft ist.<\/p>\n<p>Unwissenheit wird dagegen von den Herrschenden und ihren Medien bewu\u00dft verbreitet: Denken wir nur an die vielen US-Fantasy-Serien im Fernsehen: Da wird Geschichte zusammengestoppelt, da wird anderen V\u00f6lkern deren Geschichte genommen&#8230; Warum? Wer keine Geschichte hat, der hat auch keine Zukunft&#8230;<\/p>\n<p>Themenwechsel, und doch kein Themenwechsel: Seit Freitag dieser Woche \u00fcbersch\u00fctten b\u00fcrgerliche Politiker aller Couleur, allen voran die angeblich so basisdemokratischen und alternativen GR\u00dcNEN, das irische Volk mit Beschimpfungen wegen dessen Votums gegen den EU-Vertrag. Und nur deshalb, weil die Iren im Wissen um dessen Inhalte (Demokratieabbau, Sozialabbau, Aufk\u00fcndigung des Konsensprinzips in der EU und Militarisierung der EU-Politik) sich demokratisch und frei in einer Volksabstimmung entschieden haben. Sie haben sich eben nicht manipulieren lassen.<\/p>\n<p>Ein Politiker der GR\u00dcNEN verstieg sich sogar zu der Behauptung, da\u00df damit drei Millionen Iren 550 Millionen Europ\u00e4ern vorschreiben wollten, wie &#8222;Europa&#8220; auszusehen habe&#8230; Wenn b\u00fcrgerliche Politiker sich ihrer Sache so sicher sind, warum riefen sie dann nicht auch in den anderen 26 EU-Mitgliedsstaaten zu Volksabstimmungen auf?!<\/p>\n<p>Auch wir in Deutschland werden in Unwissenheit gehalten! Denn wem gaben Bundesregierung und Medien diesen Vertragstext zur Kenntnis? Und damit komme ich von der sogenannten &#8222;gro\u00dfen Politik&#8220; zum Bildungsalltag in diesem Lande.<\/p>\n<p>Alle reden vom m\u00fcndigen B\u00fcrger, doch m\u00fcndig und frei kann nur der sein, der eine wirklich umfassende Bildung erwerben kann. Das Bonner Kartell t\u00f6nt vollmundig auch davon, da\u00df Bildung Investition in die Zukunft sei. Doch leider sieht die Realit\u00e4t bundesweit v\u00f6llig anders aus.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr uns Freidenker sind die Themen Bildung und Schule seither wichtige Arbeitsschwerpunkte. Aber wir sehen im Gegensatz zu den kleinstaatlichen Kultus-B\u00fcrokraten den Tatsachen ins Auge. Ausgehend von unserer &#8222;Berliner Erkl\u00e4rung&#8220; hat daher der Bundesvorstand zu einer Bildungskonferenz einberufen. Diese findet am 4. Oktober in Erfurt statt.<\/p>\n<p>Die Themenschwerpunkte sprechen f\u00fcr sich:<\/p>\n<p>&#8211; Das Menschenrecht auf Bildung und Ausbildung<\/p>\n<p>&#8211; Gleiche Bildungschancen f\u00fcr alle &#8211; gegen Bildungsprivilegien und soziale Ausgrenzung<\/p>\n<p>&#8211; Lernen f\u00fcr das Leben als selbstbestimmtes Individuum &#8211; gegen die Abrichtung nach Kapitalinteressen<\/p>\n<p>&#8211; Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse &#8211; gegen religi\u00f6se Missionierung und Mythen<\/p>\n<p>&#8211; Demokratische Lerninhalte &#8211; gegen Chauvinismus, Rassismus, Antikommunismus und die Verachtung der Menschenw\u00fcrde<\/p>\n<p>F\u00fcr uns Freidenker sind solche Aussagen keine Sonntagsreden, sondern wirkliche Zielstellungen. Wir wissen, da\u00df solche Forderungen in der jetzigen Gesellschaft nur schwer durchzusetzen sind. Eben deshalb soll diese Konferenz keine Eintagsfliege sein, sondern den Ausgangspunkt f\u00fcr eine Langzeit-Initiative &#8222;Volksbildung&#8220; bilden. Hierzu m\u00f6chte ich Sie schon jetzt einladen.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche Ihnen noch einen besinnlichen und erholsamen Sonntag,<\/p>\n<p>Ihr <strong>Siegfried R. Krebs<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>Das Wort zum Sonntag vom 17.05.2008<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Leserinnen und Leser,<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>bitte haben Sie Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, dass ich heute einmal vom sonst \u00fcblichen Schema abweiche. Meine S\u00e4tze sollen diesmal den Rahmen, das Zitat den Mittelpunkt bilden.<\/p>\n<p>Seit geraumer Zeit stehen die finanziellen Belastungen und Probleme der B\u00fcrger dieses Staates im Zentrum des Streites und der Diskussionen. Ob die Preissteigerungen bei Lebensmitteln, Strom, Gas\u00a0und Dienstleistungen, ob die grenzenlose Unversch\u00e4mtheit der Preistreiber bei Benzin und Diesel, \u00fcberall wird dem B\u00fcrger mehr Geld aus der Tasche gezogen, vor allem an solchen Stellen, wo er sich schlecht wehren kann. Dem gegen\u00fcber stehen der bisher vergebliche Kampf f\u00fcr einen Mindestlohn, die Mikro-Erh\u00f6hung der Renten und im Gegensatz dazu das kr\u00e4ftige Zulangen unserer Abgeordneten bei der Di\u00e4tenerh\u00f6hung.<\/p>\n<p>In einer solchen Situation bringt es ein Akademiker und Ex-Bundespr\u00e4sident fertig, junge und alte Generationen aufeinander zu hetzen. Dagegen fand ich keine bessere Argumentation als die folgende:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Adolf Bauer, Pr\u00e4sident des Sozialverbandes Deutschland, schrieb einen Offenen Brief an Prof. Dr. Roman Herzog, Bundespr\u00e4sident a. D. Ich fand diesen in der SoVD Zeitung 2008\/5, Ausgabe Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Th\u00fcringen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8222;Sehr verehrter Herr Professor Dr. Herzog,<\/p>\n<p>mit gro\u00dfer Sorge hat der SoVD die durch die in diesem Jahr geplante Rentenerh\u00f6hung von 1,1 Prozent ausgel\u00f6ste Debatte um einen sogenannten Generationenkrieg zur Kenntnis genommen. Es handelt sich um eine polemisch gef\u00fchrte und sachlich falsche Debatte gegen eine Generation, die den jetzigen Wohlstand dieses Landes unter vielen Entbehrungen mit aufgebaut hat. Umso mehr entsetzt es uns, dass Sie als ehemaliges Staatsoberhaupt Position gegen Rentnerinnen und Rentner beziehen und damit aktiv dazu beitragen, den angeblichen Generationenkonflikt noch anzuheizen. Es ist uns v\u00f6llig unverst\u00e4ndlich, wie Sie davon ausgehen k\u00f6nnen, dass die \u00c4lteren die J\u00fcngeren &#8222;auspl\u00fcndern&#8220;. Die Rentenerh\u00f6hung ist gering genug. Demgegen\u00fcber stehen die zunehmenden realen Rentenverluste, mit denen die Rentnerinnen und Rentner heute schon k\u00e4mpfen und mit denen auch die k\u00fcnftigen Rentnergenerationen werden k\u00e4mpfen m\u00fcssen, denn jedes Ausbleiben einer Rentenerh\u00f6hung trifft auch diese.<\/p>\n<p>Wissen Sie nicht, wie viele Eltern und Gro\u00dfeltern ihre Kinder und Enkelkinder finanziell unterst\u00fctzen, weil diese aufgrund von Arbeitslosigkeit ihren Lebensunterhalt selbst nicht tragen k\u00f6nnen? Was w\u00e4ren Vereine oder die Pflege ohne das ehrenamtliche Engagement \u00e4lterer Menschen? Sind es Ihrer Ansicht nach tats\u00e4chlich 1,1 Prozent wert, diese Menschen zu &#8222;Pl\u00fcnderern&#8220; zu erkl\u00e4ren? Die Probleme in der Rentenversicherung haben nicht die jetzigen Rentnerinnen und Rentner zu verantworten. Sie haben ihren Teil des Generationenvertrages erf\u00fcllt. Sie haben Kinder bekommen, deren Erziehung unter viel gr\u00f6\u00dferen Schwierigkeiten als heute erfolgte. Sie haben ihre Beitr\u00e4ge regelm\u00e4\u00dfig entrichtet und konnten Vertrauen darauf haben, dass die Rentenkasse, in die sie jahrelang einbezahlt haben, ihnen ein menschenw\u00fcrdiges Dasein im Alter erm\u00f6glicht. Die Ursachen f\u00fcr die Probleme der gesetzlichen Rentenversicherung liegen nicht bei den Rentnerinnen und Rentnern und ihrem Wunsch nach einer existenzsichernden Rente, sondern bei der hohen Arbeitslosigkeit und den Armutsl\u00f6hnen, die die Unternehmen im Vertrauen auf zus\u00e4tzliche staatliche Transferleistungen zahlen, in der massiven Fr\u00fchverrentungspraxis der vergangenen Jarhzehnte und nicht zuletzt in den Kosten der deutschen Einheit.<\/p>\n<p>Sehr verehrter Herr Herzog, es gibt keinen Generationenkrieg. Der Begriff verschleiert doch nur, dass es Armut in allen Generationen gibt. Es gibt nicht die reichen Alten und die armen Jungen. Die ungerechte und falsche Pauschalierung sollte Ihnen eigentlich fremd sein. Tatsache ist doch, dass es immer mehr Arme gibt &#8211; und das ist der eigentliche Skandal in der Gesellschaft, nicht ein marginale Rentenerh\u00f6hung, die nicht mal die Inflation auch nur ansatzweise ausgleicht. Wir w\u00fcnschen uns als SoVD mehr Sachlichkeit in der Debatte und wir erwarten von einem ehemaligen Bundespr\u00e4sidenten, dass er sich nicht an einer Hetzkampagne gegen \u00e4ltere Menschen beteiligt.<\/p>\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen A. Bauer&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Leserinnen und Leser, Sie merken: Es gibt Kr\u00e4fte, welche gegen den Sozialabbau und seine Rechtfertigung Front machen. \u00dcberlegen Sie genau, auf welcher Seite Sie dabei stehen.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche Ihnen einen angenehmen, aber auch nachdenklichen Sonntag.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong> Dr. Dr. Jan Bretschneider<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Wort zum Sonntag vom 10.05.2008\u00a0 <\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u201eIn vielen Kindertageseinrichtungen in Deutschland kommt die religi\u00f6se Bildung einer Studie zu folge zu kurz. In zahlreichen Einrichtungen h\u00e4tten Kinder keine M\u00f6glichkeit, sich mit Religion auseinanderzusetzen, erkl\u00e4rten die T\u00fcbinger Religionsp\u00e4dagogen Albert Biesinger [evangelisch] und Friedrich Schweitzer[katholisch] bei der Vorstellung der Untersuchung &#8230;\u201c<\/p>\n<p>\u201eForscherkritik an fehlender religi\u00f6ser Bildung\u201c<br \/>\nND-Abdruck einer Pressemitteilung zu christlicher Religionsp\u00e4dagogik vom 2. Mai 2008, S. 10.<\/em><\/p>\n<p>Liebe Leserinnen und Leser,<\/p>\n<p>Was f\u00fcr eine Schlagzeile. Das ist aber mutig, k\u00f6nnte man meinen:<br \/>\n\u201eForscherkritik an fehlender religi\u00f6ser Bildung.\u201c<\/p>\n<p>Da sind Forscher, Wissenschaftler, sogar christliche Religionsp\u00e4dagogen, die kritisieren. Und was? Bei unseren Kindern eine zu kurze und gar fehlende religi\u00f6se Bildung. Fast h\u00e4tte man sich in all den g\u00e4ngigen Schlagworten verheddert, und geglaubt, \u201esich mit Religion auseinanderzusetzen\u201c w\u00fcrde im Anspruch wirklich die M\u00f6glichkeit kritischer Auseinandersetzung fordern.<br \/>\nDoch halt, weit gefehlt.<br \/>\nHier geht es um christlichen Kult, den Kultus und Forderungen des traditionellen Kultusministeriums.<\/p>\n<p>Haben Sie sich bis jetzt eigentlich schon gefragt, mit welchem Recht in \u00f6ffentlichen Bildungseinrichtungen religi\u00f6se Gemeinschaften mit eigenen Religionsp\u00e4dagogen und eigenen religi\u00f6sen P\u00e4dagogikkonzepten aus ihrer Gemeinschaft heraus wirksam werden konnten? \u2013 \u201eKinder brauchen Religion\u201c und sollen diese annehmen, das ist die Pr\u00e4misse, die Voraussetzung f\u00fcr solches Tun. Demokratisch und \u00f6ffentlich zu diskutieren ist da nichts, das sagen schlie\u00dflich religionstheologische Autorit\u00e4ten.<\/p>\n<p>\u201e&#8230;Nur die H\u00e4lfte aller christlichen Kinder&#8230;. werden religi\u00f6s begleitet.\u201c \u2013 An \u00f6ffentlichen St\u00e4tten! Skandal! \u2013 \u201e. ..in mehr als 90Prozent der untersuchten Einrichtungen gebe es keine \u2018muslimische Bildung\u2018.\u201c \u2013 An \u00f6ffentlichen St\u00e4tten! Skandal! \u2013 \u201e\u201aKinder brauchen Religion\u2018, betonten die Wissenschaftler. Religion m\u00fcsse daher in den Kinderg\u00e4rten thematisiert werden. &#8230; Integration &#8230;. Verst\u00e4ndnis und Toleranz &#8230;\u201c \u2013 religi\u00f6ses Bedrohungsszenario entsch\u00e4rft durch Religionsp\u00e4dagogen?<br \/>\nDas ist zu sch\u00f6n, um wahr zu sein.<br \/>\nDoch halt, \u201ethematisiert\u201c, das w\u00e4re schon gut.<\/p>\n<p>Wo sind eigentlich die Aufkl\u00e4rer in diesem Land? Gab es sie wirklich nie? Die Weimarer Aufkl\u00e4rung in Th\u00fcringen nur ein Laborversuch? Was machen eigentlich die Zweidrittel Konfessionsfreien im Land, Schlafen? \u2013 \u201eKinder brauchen Religion\u201c, also wirklich die Religion oder doch vielleicht die Aufkl\u00e4rung.<br \/>\nAndererseits, endlich tut man mal wieder etwas f\u00fcr die lieben Kleinen. Na gut, der Staat und die beiden Kirchen tun etwas Religi\u00f6ses mit Kultus. Die konfessionsfreien Elternh\u00e4user sind da schon alle abgeschrieben, oder?<\/p>\n<p>Wie war eigentlich die Grundfrage der Philosophie? Wie ist das Verh\u00e4ltnis von Materie und Bewusstsein?<br \/>\nWie beantworten wohl Freidenker diese Frage? Mit oder ohne Sch\u00f6pfergott?<br \/>\nRichtig \u2013 Die Materie ist das Prim\u00e4re und existiert au\u00dferhalb und unabh\u00e4ngig vom menschlichen Bewusstsein und menschlicher Erkenntnis. Materie existierte und existiert ewig in vielf\u00e4ltigen sich wandelnden Materieformen. Der Mensch ist Bestandteil und Produkt der materiellen Welt.<br \/>\nRichtig \u2013 Die Welt ist ihrer Natur nach erkennbar. Immer mehr wird von der Menschheit erforscht ohne an den \u201eAllgewaltigen Endpunkt\u201c, das \u201eAlles\u201c zu gelangen. Das \u00e4ndert nichts an der prinzipiellen Erkennbarkeit der Welt.<br \/>\nJa, Philosophie hat viel mit Weisheit, viel mit der Welt und den Ideen, mit dem bewussten Sein zu tun. Richtig verstanden tr\u00e4gt materialistische Weltanschauung sehr viel Ideelles in sich.<\/p>\n<p>Ach so \u2013\u00a0 Die Kirche ist in Deutschland noch immer nicht vom Staat getrennt! Das Kircheneigene christliche Gottesbild ist religionsp\u00e4dagogisch von Fall zu Fall zu formen, schon im Kindesalter. Das Muslimische gleich mit. Wegen der Integration. Zweidrittel konfessionsfreie Kinder, die integrieren und verbesch\u00e4ftigen sich derweil eben ersatzweise ethisch, im Ethikunterricht.<br \/>\nDa kommt jede noch so kindgem\u00e4\u00df kindische Hinterfragung ungelegen. J\u00fcngstes Beispiel daf\u00fcr ist die bundesdeutsch-ministerielle Verfolgung eines Kinderbuches \u201eWo bitte geht\u2019s zu Gott? &#8230;\u201c [1], dass juristisch als kinder- und jugendgef\u00e4hrdende Schrift auf den Index gesetzt werden sollte.<\/p>\n<p>Warum thematisiert das ND nicht den eigentlichen Skandal, dass Staat und Kirche, demokratische \u00d6ffentlichkeit und christliche Religionsp\u00e4dagogik noch immer nicht getrennt sind? Dass das kleine Zweidrittel Konfessionsfreie sich \u201each so friedlich unter diesen Scheffel stellt\u201c? Schade, wie unkritisch die Sozialistische Tageszeitung, das ND, diese Pressemitteilung dazu noch unter Bildungssplitter abgedruckt hat.<\/p>\n<p>Liebe Leserinnen und Leser,<br \/>\nbewerten wir die Gedankenlosigkeit eines ND-Redakteurs nicht \u00fcber, wirklich konstruktive Kritik braucht Zeit zum Wachsen \u2013 wie unsere Kinder im hellen Licht.<br \/>\nBewahren Sie bei sich das freie Denken, geben Sie es bitte an unsere Kinder weiter und bleiben Sie kritisch.<br \/>\nIch w\u00fcnsche Ihnen einen guten, einen gedankenklaren Sonntag.<\/p>\n<p><strong>*Abel Niemand*<\/strong><br \/>\n10. Mai 2008<\/p>\n<p>(1) Michael Schmidt-Salomon \/ Helge Nyncke: Wo bitte geht\u2019s zu Gott? Fragte das kleine Ferkel. Ein Buch f\u00fcr alle, die sich nichts vormachen lassen. Alibri Verlag, Aschaffenburg, 2007. ISBN 3865690300.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Wort zum Sonntag vom 01. Mai 2008<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><em>Es darf nicht sein, dass jemand Gott verleugnen muss, um seine Rechte als B\u00fcrger wahrnehmen zu k\u00f6nnen. &#8230;<br \/>\nTats\u00e4chlich hat sich der Papst in den letzten Tagen in offener Kritik an der US-Regierung eher zur\u00fcckgehalten. Um so deutlicher betonte der Papst an jeder Stelle das Recht auf Religionsfreiheit.<\/p>\n<p>OTZ-Beitrag vom 18.4.2008 zum Besuch von Papst Benedikt XVI. in den USA <\/em><\/p>\n<p>Liebe Leserinnen und Leser,<\/p>\n<p>Freiheit ist ein hohes Gut. Die Freidenker berufen sich darauf, wenn sie das freie Denken im Namen f\u00fchren.<\/p>\n<p>Wie kommt ein Papst dazu, sein Gottesbekenntnis als durch die B\u00fcrgerrechte im freien Amerika bedroht zu sehen? \u2013 <em>\u201eEs darf nicht sein, dass jemand Gott verleugnen muss, um seine Rechte als B\u00fcrger wahrnehmen zu k\u00f6nnen.\u201c<\/em> \u2013 Was f\u00fcr eine Freiheit betont er da, wenn er das <em>\u201eRecht auf Religionsfreiheit\u201c <\/em>anscheinend \u00fcber die <em>\u201eRechte als B\u00fcrger\u201c <\/em>gestellt sehen will und sich <em>\u201ein offener Kritik an der US-Regierung\u201c<\/em> ansonsten eher zur\u00fcckh\u00e4lt?<\/p>\n<p>Benedikt XVI. ist das Oberhaupt des Vatikans, seines Kirchenstaates. Er f\u00fchrt den Anspruch des <em>\u201eallein zu verehrenden und einzigen Gott[es] der Welt\u201c<\/em> in Bezug auf sich selbst weiter. Scheinbar st\u00f6ren ihn die B\u00fcrgerrechte im stolzen und freien Amerika in diesem Anspruch. Was er als Drang nach Freiheit artikuliert, ist aber ein Anspruch, der Mehrheit der Menschen dieses theologiegeschichtlich klare Bekenntnis zum <em>\u201eeinzigen Gott der Welt\u201c<\/em> aufzwingen zu wollen.<\/p>\n<p>Dieser Anspruch auf Religionsfreiheit wird gleicherma\u00dfen in Deutschland erhoben. Hier geht es um eine Freiheit, die noch besser, weil durch die EKD als <em>\u201epositive Religionsfreiheit\u201c<\/em> proklamiert, durchzusetzen sei. (1) Entgegen der im Grundgesetz verankerten <em>\u201eweltanschaulichen Neutralit\u00e4t\u201c<\/em> des Staates r\u00fcsten deutsche Theologen <em>\u201epositiv\u201c<\/em> f\u00fcr ihre <em>\u201eReligionsfreiheit\u201c <\/em>f\u00fcr die \u00f6ffentlichen Schulen.<\/p>\n<p>Anstatt dass konfessionell gebundene Kinder und Jugendliche auf ein Leben als gleichberechtigte Menschen in einer freien Gesellschaft vorbereitet werden, macht man (die EKD) sich anheischig, den eigenen Religionsunterricht nun auch noch f\u00e4cher\u00fcbergreifend in den Schulen einzubringen. Es reicht nicht mehr, dass man Konfessionsfreie in einem dem Religionsunterricht als <em>\u201eErsatzfach\u201c <\/em>beigestellten Fach <em>\u201eEthik\u201c <\/em>einordnet, was wohl besser <em>\u201ePhilosophie\u201c<\/em> benannt sein sollte.<\/p>\n<p>Nun soll <em>\u201eReligion\u201c<\/em> f\u00e4cher\u00fcbergreifend zusammen mit <em>\u201eNaturwissenschaften\u201c<\/em> allen gleicherma\u00dfen gelehrt werden. (2) \u2013 Welch ein Hohn f\u00fcr alle Philosophie au\u00dferhalb der jeweiligen einzig wahren Konfession, dem \u00f6kumenisch vervielf\u00e4ltigten Bekenntnis zu dem einen Gott, dem Weltsch\u00f6pfer und -herrscher.<\/p>\n<p>Die B\u00fcrgerrechte mit Toleranz, Gewissens-, Glaubens- und Weltanschauungsfreiheit gef\u00e4hrden ganz nat\u00fcrlich die bekenntnishaft postulierte<em> \u201epositive Religionsfreiheit\u201c<\/em> christlicher Kirchen. Denn der <em>\u201eFehler im konfessionellen System\u201c,<\/em> der hier der freien Gesellschaft gleichberechtigter Menschen begegnet, ist der eines religi\u00f6sen Systems, das Gleichberechtigung der Menschen au\u00dferhalb der Konfession gar nicht zul\u00e4sst. Also anderskonfessionelle und mehr noch konfessionsfreie B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger per Selbstdefinition aus sich heraus ausgrenzt. Ein solches \u2013 alle anderen ausgrenzendes \u2013 Bekenntnissystem muss sich durch eine dogmenfreie, rationale und wissenschaftlich begr\u00fcndete Weltsicht und \u2013erkenntnis \u00fcberlebensgef\u00e4hrlich bedroht f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Dieses Konfessionssystem hat die strikte Trennung von Staat und Kirchen sowie von Kirche und Schule \u2013 wie in der BRD \u00fcberwiegend so auch in Th\u00fcringen \u2013 bisher letztendlich zu verhindern gewusst. Doch entweder f\u00fchrt ein Staat den Anspruch des <em>\u201eallein zu verehrenden und einzigen Gott[es] der Welt\u201c <\/em>weiter. Das w\u00e4re dann die <em>\u201echristliche Diktatur\u201c<\/em> und mithin ein <em>\u201echristlicher Gottesstaat\u201c<\/em>. Oder der Staat ist entsprechend den B\u00fcrgerrechten konsequent <em>\u201eweltanschaulich neutral\u201c<\/em> und vertritt die Interessen aller seiner B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger gleicherma\u00dfen.<\/p>\n<p>Liebe Leserinnen und Leser, seien Sie wachsam. Opfern Sie nicht Ihre eigene Weltsicht einem falsch verstandenen Mitleid, sondern \u00fcben Sie weiter dogmenfrei, rational und wissenschaftlich Kritik an den offensichtlichen Missst\u00e4nden in der Gesellschaft. Die Rechte der B\u00fcrger, Ihre B\u00fcrgerrechte, sind ein sch\u00fctzenswertes Gut. Ich w\u00fcnsche Ihnen einen guten und selbstbesinnlichen Sonntag.<\/p>\n<p><strong> *Abel Niemand*<\/strong><br \/>\n(1)\u00a0\u00a0\u00a0 vgl. Denkschrift der EKD zum Religionsunterricht \u201eIdentit\u00e4t und Verst\u00e4ndigung. Standort und Perspektiven des Religionsunterrichts in der Pluralit\u00e4t\u201c, 1994<\/p>\n<p>(2)\u00a0 vgl. EKD \u201eWeltentstehung, Evolutionstheorie und Sch\u00f6pfungsglaube in der Schule. Orientierungshilfe des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland\u201c, EKD-Text 94\/2008 vom 1. April 2008<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Wort zum Sonntag vom 26. April 2008<\/strong><\/p>\n<p><em>&#8222;Jetzt scheint sich das gesellschaftliche Verst\u00e4ndnis von Opfern zu wandeln. Sie scheinen an der eigenen Schw\u00e4che selbst schuld zu sein, das entlastet die T\u00e4ter und l\u00e4sst sie irgendwie aus dem Blick entschwinden.&#8220;<\/em><\/p>\n<p><em>Pastorin Susanne Sydow in &#8222;Th\u00fcringer Allgemeine&#8220; vom 19.04.2008<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Liebe Leserinnen und Leser,<\/p>\n<p>nach meinem Verst\u00e4ndnis ist ein Opfer jemand, ein Mensch, manchmal auch ein Tier, der oder das Hilfe, Beistand und auch nur Mitgef\u00fchl ben\u00f6tigt. Es bedarf wohl keiner Frage: Unfallopfern auf der Stra\u00dfe wird geholfen. Ist jemand Opfer eines Missbrauchs geworden, wird der \u00fcberf\u00fchrte T\u00e4ter bestraft. Unsere Gesetze stellen auch unterlassene Hilfeleistung unter Strafe. Jedenfalls war das bisher so.<\/p>\n<p>Nun schreibt eine Pastorin die oben zitierten S\u00e4tze. Das Schlimme daran ist, dass sie recht hat. In dieser Gesellschaft haben nicht die Opfer, sondern die T\u00e4ter das Sagen, viel zu sehr und \u00fcberall. Auf dem Arbeitsmarkt hei\u00dft es: Du bist selbst schuld an deiner Arbeitslosigkeit. Wer Arbeit sucht, der findet auch welche. Kein Wort \u00fcber die T\u00e4ter, die Arbeitspl\u00e4tze vernichten oder in Billiglohnl\u00e4nder verlagern. Fehlte nur noch der Hinweis: Bald ist 1. Mai, der Kampftag der Werkt\u00e4tigen, da k\u00f6nnt ihr f\u00fcr eure Arbeit auf die Stra\u00dfe gehen. Der Kranke ist selbst schuld, dass er krank ist, weshalb hat er nicht gesund gelebt. Kein Wort \u00fcber die T\u00e4ter, die ihn durch Arbeitshetze und Mobbing daran gehindert haben. Der vom Unfall Gesch\u00e4digte im Stra\u00dfenverkehr ist selbst schuld, w\u00e4re er doch mit dem Auto statt dem Fahrrad unterwegs gewesen, das h\u00e4tte ihn besser gesch\u00fctzt. Der an der Bushaltestelle Zusammengeschlage ist selbst schuld; er h\u00e4tte sich ja verteidigen k\u00f6nnen. Fasst man die T\u00e4ter &#8211; wenn \u00fcberhaupt &#8211; kommen sie ungeschoren oder mit geringer Strafe davon.<\/p>\n<p>Wie kommt eine solche Auffassung zustande?<\/p>\n<p>Die Erkl\u00e4rung der Pastorin und die von uns Freidenkern liegt gar nicht so weit auseinander. Die der Pastorin: &#8222;Im christlichen Verst\u00e4ndnis wurde Jesus Christus Opfer der M\u00e4chtigen seiner Zeit. Und auch wenn sein Opfertod als ein freiwilliger und bewusster verstanden wurde, war doch nicht er schuld an dem Verbrechen, das an ihm ver\u00fcbt wurde.&#8220;<\/p>\n<p>Die unsrige und damit auch die meinige: Es gibt immer T\u00e4ter, die ihre St\u00e4rke, ihre Macht, ausnutzen und missbrauchen. Es liegt jedoch\u00a0in jedem Fall\u00a0an der jeweiligen Gesellschaft, inwieweit sie das zul\u00e4sst. Solange namhafte Politiker und Wirtschaftsbosse ungehindert Straftaten begehen k\u00f6nnen, solange Neonazis ungestraft T\u00e4ter in Opfer verwandeln d\u00fcrfen und der Staat seine B\u00fcrger pauschal zu Tatverd\u00e4chtigen abstempelt, brauchen wir uns nicht zu wundern, wenn sich der Grundsatz &#8222;homo homini lupus&#8220; &#8211; der Mensch ist des Menschen Wolf &#8211; im Denken und Handeln der Menschen weiter ausbreitet.<\/p>\n<p>Liebe Leserinnen und Leser, seien sie wachsam, dass Sie kein Opfer werden oder dass sie jemand vom Opfer in einen T\u00e4ter verwandelt. Ich w\u00fcnsche Ihnen einen angenehmen, aber auch nachdenklichen Sonntag.<\/p>\n<p><strong>Dr. Dr. Jan Bretschneider<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Wort zum Sonntag vom 19. April 2008<\/strong><\/p>\n<p><em><strong>Denkst du schon&#8230; oder glaubst du noch?<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Liebe Leserin, lieber Leser,<\/p>\n<p>diesen Spruch fand ich dieser Tage auf der Internetpr\u00e4senz th\u00fcringischer Landtagsabgeordneter der LINKEN&#8230; Eine Fragestellung an die Allgemeinheit, die uns Freidenkern aus dem Herzen gesprochen ist.<\/p>\n<p>Aber Spr\u00fcche sind nicht alles, entscheidend ist die Realit\u00e4t. Und da sieht es leider derzeit oftmals anders aus. Ich denke da nur an eine Gruppe von Politikern, die ich Elfenbeinturm-LINKE nenne. Sie stimmen mit uns \u00fcberein, was die Trennung von Staat und Kirche angeht, sie benennen wie wir das reaktion\u00e4re in den Zielen z.B. des Papsttums oder der Mullah-Regime.<\/p>\n<p>Doch wenn es um ein anderes obskures religi\u00f6ses Regime &#8211; das feudaltheokratische des &#8222;Dalai Lama&#8220; &#8211; geht, dann setzt auch bei den Elfenbeintum-LINKEN das Denken ebenso aus wie bei den Esoterikern. Das einst in Tibet, einem Vizek\u00f6nigreich des Chinesischen Kaiserreiches, nach der b\u00fcrgerlichen Revolution eine Provinz der Republik China bzw. ein Autonomes Gebiet der Volksrepublik China, herrschende Regime war kein Paradies auf Erden und es verk\u00f6rperte auch nicht DEN Buddhismus! Nein, das Lama-Regime steht nur f\u00fcr eine kleine Sekte des Buddhismus, die ihre Macht ideell auf verengte religi\u00f6se Dogmen und materiell auf Sklaverei und Leibeigenschaft aufbaute. Die Freiheit, die der Dalai Lama und seine Exil-Tibeter fordern, ist die Wiederherstellung ihrer ganz eigenn\u00fctzigen Freiheit, \u00fcber Menschen herrschen zu k\u00f6nnen. Es ist nicht die Freiheit der durch die Zentralregierung aus der Leibeigenschaft Befreiten gemeint, deren pers\u00f6nliche und gesellschaftliche Freiheit diese &#8222;Lichtgestalten&#8220; ein Dorn im Auge ist. Wie auch dem &#8222;Westen&#8220; jedwede Alternative zur feudalen oder kapitalistischen Ausbeutung des Menschen durch den Menschen das gr\u00f6\u00dfte Verbrechen ist&#8230;<\/p>\n<p>Elfenbeinturm-LINKE stimmen mit uns \u00fcberein, was die von der CIA und anderen Diensten erfundenen &#8222;Beweise&#8220; zur Begr\u00fcndung der US-Aggressionen gegen Vietnam, Grenada, Jugoslawien, Afghanistan, Irak etc. betrifft. Man denke nur an die &#8222;Brutkasten-Story&#8220; zur begr\u00fcndung des ersten Irak-Krieges&#8230;<\/p>\n<p>Aber unkritisch, bei Ausschaltung ihres Denkens, werden sie zu Gl\u00e4ubigen, wenn es um &#8222;Beweise&#8220; geht, die eine sogenannte tibetische &#8222;Exilregierung&#8220;, obskure antikommunistische Organisationen wie die &#8222;Reporter ohne Grenzen&#8220; oder die &#8222;Gesellschaft zum Schutz bedrohter V\u00f6lker&#8220; verbreiten mit Behauptungen \u00fcber V\u00f6lkermord an den Tibetern und Annexion Tibets.<\/p>\n<p>Ach, w\u00fcrden sich diese Gutmenschen doch auch intensiv um tats\u00e4chliche Unterdr\u00fcckungen der Basken oder Kurden in NATO-Staaten k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>Und was nun den Olympia-Boykott betrifft, zu dem diese Gutmenschen aufrufen, anstacheln, aufhetzen, da habe ich in einem Leserbrief in der &#8222;Jungen Welt&#8220; eine gar treffliche Antwort gefunden, die ich Ihnen als das eigentliche Wort zum Sonntag anempfehlen m\u00f6chte:<br \/>\n&#8222;Vorschlag f\u00fcr eine Olympia-Resolution<br \/>\nAnl\u00e4\u00dflich der aktuellen Tibet-Debatten im EU-Parlament hat jW-Leserin Elisabeth Hoffmann einen Vorschlag f\u00fcr eine Olympia-Resolution ausgearbeitet:<\/p>\n<p>Die Vergabe der Olympischen Spiele 2016 an Chicago soll nur erfolgen, wenn die USA folgende Bedingungen erf\u00fcllen:<\/p>\n<p>1. Abschaffung der Todesstrafe<\/p>\n<p>2. Einstellen aller Kriegshandlungen<\/p>\n<p>3. Abzug ihres Milit\u00e4rs aus allen von den USA besetzten Gebieten<\/p>\n<p>4. Entlassung der US-Kolonie Puerto Rico in die Unabh\u00e4ngigkeit<\/p>\n<p>5. R\u00fcckgabe des Staates Hawaii an seine Ureinwohner und Wiedereinf\u00fchrung der hawaiianischen Monarchie<\/p>\n<p>6. Entlassung aller politischen Gefangenen in den USA und den von ihnen betriebenen Gef\u00e4ngnissen in anderen L\u00e4ndern, sowie insbesondere Entsch\u00e4digungszahlungen der seit mehreren Jahrzehnten inhaftierten Gefangenen der Black Panther Party, des American Indian Movement und der puertoricanischen Befreiungsbewegung<\/p>\n<p>7. Erf\u00fcllung der Vertr\u00e4ge mit den amerikanischen Ureinwohnern von 1870<\/p>\n<p>8. Einhaltung der Menschenrechte<\/p>\n<p>9. Normalisierung der Wirtschaftsbeziehungen mit Kuba sowie die Entlassung der in den USA inhaftierten Kubaner<\/p>\n<p>10. Verhandlungen auf gleicher Augenh\u00f6he des\/der amerikanischen Pr\u00e4sidenten\/-in mit Vertretern der Taliban, der irakischen Milizen, Hisbollah, Hamas, FARC und aller anderen Gruppierungen und Parteien, gegen die die USA Krieg f\u00fchren<\/p>\n<p>11. Entsch\u00e4digungszahlungen an Chile, Guatemala, Nicaragua, Nordkorea, Vietnam, Puerto Rico, Haiti, Panama, Sudan, Serbien und Somalia.<\/p>\n<p>Sollten die USA diese Forderungen nicht erf\u00fcllen und dennoch die Zusage zu den Olympischen Spielen 2016 erhalten, werden all die Aktivisten, die nun schon im Vorfeld der Spiele in Peking ihre F\u00e4higkeit im Sabotieren der olympischen Idee unter Beweis gestellt haben, dahingehend aufgefordert, das gleiche wieder tun. Finanziert werden sollen diese Kr\u00e4fte dann durch die europ\u00e4ischen Geheimdienste.<\/p>\n<p>Sollten die Spiele 2016 jedoch an Madrid gehen, m\u00f6ge das EU-Parlament den spanischen Staat dazu auffordern:<\/p>\n<p>\u2013 das Baskenland in die Unabh\u00e4ngigkeit zu entlassen<\/p>\n<p>\u2013 alle baskischen Gefangenen freizulassen<\/p>\n<p>\u2013 Folter in spanischen Gef\u00e4ngnissen zu verbieten<\/p>\n<p>etc. etc. &#8230;&#8220;<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche Ihnen einen besinnlichen Sonntag und bin mir sicher, da\u00df Sie sich nicht das Denken durch kapitalh\u00f6rige Politik und Medien vernebeln lassen,<\/p>\n<p><strong>Ihr Siegfried R. Krebs<\/p>\n<p><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das <em>Wort zum Sonntag <\/em>vom 28. M\u00e4rz 2008<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Demokratie<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em> Demokratie funktioniert nie, wie gedacht wird sie verlacht<br \/>\nvon Geld und Macht.<br \/>\nSchon an ihrer Wiege<br \/>\nwar sie L\u00fcge.<br \/>\nDem Plebejer bracht sie Kriege<br \/>\nund den Sklaven<br \/>\nDrakons Strafen.<br \/>\nAn ihrem b\u00fcrgerlichen Ende<br \/>\nbedarf es dringend einer Wende,<br \/>\ndamit sie&#8217;s schafft<br \/>\nmit Volkes Kraft<br \/>\nzur Volksherrschaft.<\/em><\/p>\n<ol start=\"6\">\n<li><em> Henze (gefunden in &#8222;Neues Deutschland&#8220; vom 06.10.2006)<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Liebe Leserinnen und Leser,<\/p>\n<p>ja, es ist so eine Sache mit der Demokratie, der Volksherrschaft, wie die einfachste \u00dcbersetzung aus dem Griechischen lautet. Das Volk soll herrschen, gut und richtig, aber wor\u00fcber oder \u00fcber wen? \u00dcber all die, welche nicht zum Volk geh\u00f6ren. Aber wer geh\u00f6rt nicht zum Volk, Pflanzen, Tiere, die Natur, die Technik? Sie sehen, es ist nicht so einfach mit der Demokratie. Herrschaft bedeutet nun einmal immer Macht, die ausge\u00fcbt wird, und ist immer an die Frage gekoppelt: Herrschaft f\u00fcr wen und gegen wen?So weit die Fragen und die Theorie. Aber wie sieht die Praxis beispielsweise in unserem sch\u00f6nen Deutschland aus?<\/p>\n<p>Allethalben loben Politiker unsere Demokratie. Aber was ist das f\u00fcr eine Demokratie, eine kapitalistische, eine soziale, oder was f\u00fcr eine? Dass es nicht die Demokratie schlechthin gibt, zeigt schon das zitierte Gedicht. Ich neige zu der Meinung, wir leben mit einer Parteiendemokratie, welche zu einer Oligarchie mutiert ist. &#8222;Oligos&#8220; kommt auch aus dem Griechischen und hei\u00dft &#8222;wenig&#8220;.<\/p>\n<p>Wenige herrschen \u00fcber viele?! Ich h\u00f6re schon lautstarke Proteste, aber es ist doch so: Parteien und ihre F\u00fchrenden haben neben den Imperialisten in der Bundesrepublik das Sagen. Man muss sich vorstellen, es gibt in unserem Staat nur etwas \u00fcber eine Million Menschen, die irgendeiner Partei angeh\u00f6ren. Und diese benennen &#8211; ganz demokratisch selbstverst\u00e4ndlich, siehe Th\u00fcringer SPD &#8211; ihre Kandidaten, die das Volk w\u00e4hlen darf. Aber 5 % der W\u00e4hler m\u00fcssen es mindestens sein. Das f\u00fchrt dann dazu, dass Vertreter von zwei bis f\u00fcnf Parteien das politische Sagen haben.<\/p>\n<p>Und wo bleibt der Volkswille derjenigen, die eine andere Partei gew\u00e4hlt haben? Und warum d\u00fcrfen nur Parteiauserw\u00e4hlte kandidieren und keine Einzelpersonen? Das sind so schwere Fragen f\u00fcr die Demokratie.Unsere bundesrepublikanische Demokratie erscheint mitunter so, als wenn sie Angst vor sich selbst hat.<\/p>\n<p>Das Stichwort hei\u00dft Volksbegehren. Eigentlich m\u00fcsste so etwas in einer Volksherrschaft \u00fcberfl\u00fcssig sein, aber es geschieht offensichtlich nicht immer, was des Volkes Wille ist. Damit nun das Volk nicht zu viel begehrt, werden die H\u00fcrden daf\u00fcr hoch gestellt. In Th\u00fcringen m\u00fcssen je nach Gr\u00f6\u00dfe der Orte zwischen 13 und 17 % der B\u00fcrger ein Begehren unterschreiben, fast doppelt so viele wie im Nachbarland Bayern. Und unsere &#8222;Volksvertreter&#8220; achten darauf, dass die Bedingungen f\u00fcr das Unterschreiben m\u00f6glichst kompliziert sind. Hinzu kommt, dass mit dem Begehren nur beantragt wird, dass sich die Regierenden mit dem Anliegen besch\u00e4ftigen; eine L\u00f6sung ist damit noch keineswegs in Sicht.<br \/>\nLiebe Leserinnen und Leser, lassen wir es genug sein. Es ist offensichtlich nicht so weit her mit unserer Demokratie. Sie werden fragen: Was soll ich als B\u00fcrger machen, resignieren, Wahlen boykottieren? Ich sage, das ist nicht die L\u00f6sung. Je weniger B\u00fcrger ihrem politischen Willen Ausdruck verleihen, desto weniger Demokratie werden wir haben. Und den Gefallen sollten Sie den Partei-Oligarchen nicht tun.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche Ihnen einen angenehmen, aber auch nachdenklichen Sonntag.<\/p>\n<p><strong>Dr. Dr. Jan Bretschneider<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDas sechzehnte Jahrhundert zerrei\u00dft die Glaubenseinheit. Vor der Buchdruckerkunst w\u00e4re die Reformation nur eine Spaltung gewesen, die Erfindung des Buchdruckes macht sie zur Revolution. Man nehme die Presse weg, und die Ketzerei ist wirkungslos. Mag das verh\u00e4ngnisvoll oder von der Vorsehung bestimmt sein: Guttenberg ist der Vorl\u00e4ufer Luthers.\u201c [Hugo: Der Gl\u00f6ckner von Notre Dame. 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